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Öl- und Gaspreise: Trendwende bei den Heizkosten absehbar

Wie das DIW im Zusammenhang mit dem Wärmemonitor 2017 mitteilte, müssen sich die Mieter und Eigentümer in Deutschland 2018 auf steigende Heizkosten einstellen.

In den letzten Jahren profitierten die Heizkosten von den niedrigen Preisen für Erdöl und Erdgas. Deshalb sanken die Heizkosten bis 2017. Die Wirtschaftsexperten des DIW gehen davon aus, dass für die Mieter die Betriebskostenabrechnungen für das Jahr 2018 anders ausfallen werden. Sie leiten diese Einschätzung vor allem aus der Entwicklung der Ölpreise an der Börse ab.

Wie sieht es bei den Heizkosten konkret aus?

Im Jahr 2015 durften sich die Deutschen über eine Reduzierung der Heizkosten um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr freuen. Im Jahr 2016 folgte eine Ersparnis von 3,1 Prozent und das Jahr 2017 brachte Einsparungen bei den Heizkosten in Höhe von 6,7 Prozent. Der Grund dafür waren jedoch die niedrigen Heizenergiepreise, denn der Verbrauch von Heizenergie hat sich klima- und witterungsbereinigt nach den Erhebungen des DIW 2016 im Vergleich zu 2015 sogar deutlich erhöht. Seit 2015 weichen auch die neuen Bundesländer beim Verbrauch nach oben von den Zielwerten ab, die sich die Bundesregierung zum Klimaschutz gesteckt hat. Trotzdem blieb der Heizenergieverbrauch pro Quadratmeter in den neuen Bundesländern deutlich unter den Durchschnitt der westlichen Bundesländer. Die höchsten Heizkosten in den nächsten Betriebskostenabrechnungen müssen die Mieter in Mehrfamilienhäusern in Berlin sowie im Nordwesten der Bundesrepublik einplanen. Die statistisch niedrigsten Heizkosten fallen in Teilen von Mecklenburg-Vorpommern sowie im Südwesten von Bayern an.

Investitionsvolumen für energetische Sanierung steigt

Bei der Entwicklung der Heizkosten fällt noch eine weitere Diskrepanz deutlich ins Auge. Obwohl immense Gelder für die Sanierung von Bestandsgebäuden ausgegeben wurden, hat sich der Wärmebedarf von Gebäuden in Deutschland im letzten Jahrzehnt pro Jahr durchschnittlich nur um 0,8 Prozent verringert. Das macht nicht einmal die Hälfte des Werts aus, der zum Erreichen der Klimaschutzziele notwendig wäre. Interessant ist dieser Diskrepanz vor allem deshalb, weil die Investitionen in die energetische Sanierung seit 2015 rasant ansteigen. Im Jahr 2017 wurde erstmals wieder das Investitionsvolumen des Jahres 2011 übertroffen. Bei der KfW wurden hauptsächlich Förderkredite und Zuschüsse für Solaranlagen und Modernisierungen der Heizungen abgerufen. Das heißt, die Hauseigentümer investieren lieber ausschließlich in effizientere Heizungen, anstatt parallel die thermischen Isolierungen der Gebäude zu verbessern. Das bedeutet wiederum, dass sich Veränderungen bei den Ölpreisen und Gaspreisen nach wie vor deutlich bei den Heizkosten bemerkbar machen.

Quelle: DIW Wochenbericht