North Carolina zieht umstrittenes Transgender-Gesetz zurück

Der US-Bundesstaat North Carolina hat zuletzt für Aufsehen gesorgt, weil man ein Gesetz auf den Weg brachte, dass vor allem Transgender diskriminiert. Zahlreiche Boykottaufrufe gegen den Bundesstaat folgten nach Bekanntwerden der Pläne. Jetzt gibt sich North Carolina geschlagen und zieht das umstrittene Gesetz zurück.

Worum ging es in North Carolinas Transgender-Gesetz?

In dem umstrittenen Gesetz ging es darum, Transgender in öffentlichen Gebäuden dazu zu zwingen, die Toiletten zu benutzen, die sie laut Eintrag in ihrer Geburtsurkunde benutzen müssten. Schon unter dem Ex-Präsidenten Barrack Obama hatte deshalb auch das Justizministerium North Carolina verklagt.

Beide Kammern im Parlament haben jetzt einer Neuauflage des Gesetzes zugestimmt. In dem Kompromiss, den man fand, gesteht man den jeweiligen Städten und Gemeinden eine entsprechende Regelung zu. So müssen sich Transgender in Zukunft im US-Bundesstaat North Carolina genau informieren, in welcher Stadt welche Regeln für die öffentliche Toiletten-Nutzung gelten.

Der amtierende demokratische Gouverneur hat ebenfalls bereits angekündigt, das Gesetz abschließend zu unterzeichnen. Trotzdem man einen Kompromiss gefunden hat, sind Kritiker nach wie vor der Meinung, dieser Kompromiss reiche nicht weit genug.

Boykotte gegen North Carolina waren nicht mehr tragbar

Eingeknickt ist die Regierung allerdings nur aufgrund der zahlreichen Boykotte. So hatten unter anderem Stars wie Bruce Springsteen und Ringo Starr ihre Auftritte in North Carolina abgesagt. Alle Meisterschaftsturniere im College-Sport wurden verlegt. Selbst Unternehmen, wie Paypal, haben nach Einführung des Gesetzes ihre Expansionspläne auf Eis gelegt.

Zudem hatte eine Vereinigung für College-Sport angedroht, bis zum Jahr 2022 alle Sportveranstaltungen in North Carolina auszusetzen, wenn die Regierung nicht bis zum Donnerstag eine Lösung gefunden hätte. Damit wäre nicht nur das Freizeitprogramm deutlich geschmälert worden. Auch die Wirtschaft im US-Bundesstaat hätte massiv zu leiden gehabt.

Quelle: dpa