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News aus Hollywood: MGM gehört bald Amazon

Downtown Los Angeles skyline with snow capped mountains behind at twilight

Die Spekulationen über den Aufkauf von MGM durch Amazon haben ein Ende. Am 26. Mai 2021 wurde der Deal von Jeff Bezos offiziell bestätigt.

Der neue Eigentümer von MGM ist Amazon. Das von Jeff Bezos gegründete Unternehmen hat sich den Aufkauf stolze 8,45 Milliarden Dollar kosten lassen. Es ist der dritte Verkauf des Filmstudios Metro-Goldwyn-Mayer (kurz MGM) seit der Jahrtausendwende. 2005 ging MGM an ein Konsortium von Sony. Doch das Konsortium schaffte es nicht, das Studio aus den roten Zahlen zu holen. Die Folge waren Überlegungen, Metro-Goldwyn-Mayer in einzelne Bereiche zu zerlegen und diese einzeln zu verkaufen. Doch die Wende gelang erst nach dem Einstieg von Spyglass Entertainment im Jahr 2010. Trotz großer Erfolge konnten bis zum aktuellen Verkauf an Amazon nicht alle Schulden vollständig abgetragen werden.

MGM von der Gründung bis heute

Die Geschichte von Metro-Goldwyn-Mayer reicht bis ins Jahr 1924 zurück. In den 1930er Jahren entwickelte sich MGM zu einem der für die Produktion von Kinofilmen bedeutendsten Studio in Hollywood. Der Startschuss fiel mit dem Aufkauf eines 2015 vom Stummfilmspezialisten eingerichteten Studiogeländes in Culver City im Los Angeles County, das bis auf eine Größe von 757.000 Quadratmetern erweitert wurde. Später verkaufte MGM das Gelände und nutzte anschließend ausschließlich Mietangebote für TV- und Filmstudios. Der Firmensitz befand sich zeitweise in Century City und wurde 2011 nach Beverly Hills verlegt. Zu den herausragenden Persönlichkeiten von MGM im technischen Bereich gehörte Douglas Shearer. Er trieb die Einführung der Tonfilme bei Metro-Goldwyn-Mayer voran und betreute auch die Einführung des CinemaScope-Verfahrens bei MGM.

Was macht Metro-Goldwyn-Mayer für Amazon interessant?

Das größte Interesse von Jeff Bezos als (noch aktiver) CEO gilt selbstverständlich dem umfangreichen Repertoire, an dem MGM die Rechte besitzt. Dazu gehören rund 4.000 Kinofilme und Fernsehfilme sowie rund 17.000 Stunden Fernsehproduktionen. Darunter befinden sich auch zahlreiche Filmklassiker aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Beispiele dafür sind die 1925er und 1959er Verfilmung von „Ben Hur“ sowie „Rasputin“ (1932), „Meuterei auf der Bounty“ (1935) und „Der Zauberer von Oz“ (1939). Interessante Filme aus der Nachkriegszeit sind beispielsweise „Jailhouse Rock“ (1957), „Doktor Schiwago“ und „Cincinnati Kid“ (1965), „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968), „Kampf der Titanen“ (1981), „RoboCop“ (1987), „Ein Fisch namens Wanda“ (1988) sowie „Der rosarote Panther“ (2006 und 2009). Mit dem Aufkauf von MGM sichert sich Amazon außerdem die Rechte an echten Blockbustern, denn zum Portfolio von Metro-Goldwyn-Mayer gehören auch die Rechte an der „James Bond“-Reihe sowie den „Hobbit“-Filmen.

Amazon sichert sich mit MGM-Aufkauf zahlreiche TV-Produktionen

Auch das Portfolio der TV-Produktion von MGM Television kann sich sehen lassen. Mit dem Aufkauf sichert sich Amazon beispielsweise die Rechte an den TV-Serien „Flipper“ (1964 bis 1967), „Tom and Jerry“ (1965 bis 1972), „Daktari“ (1966 bis 1969) und„CHIPs“ (1977 bis 1983). Zu den neueren Serien im MGM-Repertoire gehören unter anderem „The Twilight Zone“ (für CBS), „The Young Riders“ (für ABC), „James Bond Jr.“ (1991 bis 1994), „Stargate SG-1“ (1997 bis 2007) sowie „Stargate Infinity“ (für FOX) und „Stargate Atlantis“ (2004 bis 2009). Seit 2009 bis heute produziert MGM „Shark Tank“ (die Vorlage für die deutsche Reihe „Die Höhle der Löwen“). Weitere aktuelle TV-Produktionen sind „Fargo“ (seit 2014), „Survivor“ (seit 2015), „The Voice“ (seit 2015) sowie „The Handmaid’s Tale“ (seit 2017) und die brandneue TV-Serie „Clarice).

Was hat Jeff Bezos mit Metro-Goldwyn-Mayer vor?

Der Amazon-Gründer betonte in seinem Statement, dass er sich des Risikos dieser gewaltigen Investition durchaus bewusst ist. Nach den bisherigen Erkenntnissen soll die „James Bond“-Reihe in Form von Kinofilmen fortgesetzt werden. Einer anderen Art der Nutzung stimmen die ausführenden Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli nicht zu. Auch mit einer Nutzung der Figuren in Spin-offs oder TV-Serien wären sie nicht einverstanden. Das bedeutet, dass sich Andy Jassy, der Jeff Bezos Anfang Juli 2021 als Amazon-CEO ablöst, und der künftige Chef des Unterhaltungsbereichs von Amazon (Jeff Blackburn) künftig auch mit der Vermarktung außerhalb des Internets auseinandersetzen müssen. Die „James Bond“-Produzenten reagieren damit auf eine Ankündigung von Jeff Bezoz, das MGM-Portfolio auch mit neuen Ablegern zu Erfolgsproduktionen zu verwerten.

Quelle: Amazon, IMDb