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Nach sechs Jahren: Syrisches Nationalmuseum öffnet wieder

Nach mehr als sechs Jahren hat das syrische Nationalmuseum in Damaskus endlich wieder seine Pforten für Besucher geöffnet. Wegen des Bürgerkrieges musste es, genau wie viele andere syrische Museen, geschlossen bleiben. Jetzt sind die Jahrtausende alten Artefakte auch wieder für Besucher zu bewundern.

Am gestrigen Sonntag war es endlich soweit und die ersten Besucher konnten nach über sechs Jahren zum ersten Mal wieder im syrischen Nationalmuseum auf Erkundungstour gehen. Dabei ist es erst einige Monate her, dass die Regierung die Rebellengebiete um die Hauptstadt zurückerobert hat.

Wiedereröffnung syrischen Nationalmuseums soll Zeichen setzen

Mit der Wiedereröffnung des Nationalmuseums in Damaskus will die Regierung ein Zeichen setzen: Es soll wieder Normalität in der Hauptstadt des Landes einkehren, nachdem das Militär, das von Russland unterstützt wurde, die Rebellen im Bürgerkrieg aus weiten Teilen des Landes zurückdrängen konnte. Erst im April 2018 hatte eine blutige Offensive der syrischen Armee die Rebellen dazu gezwungen, Ost-Ghuta aufzugeben. In den folgenden Wochen kapitulierten die Rebellen auch in den übrigen Gebieten rund um Damaskus.

Bei der feierlichen Wiedereröffnung des syrischen Nationalmuseums waren natürlich auch Beamte des Landes, Archäologen aus aller Herren Länder und Restaurierungsspezialisten mit von der Partie. Allerdings wurde nur ein Teil des Museums mit Artefakten aus der Jahrtausende alten Zivilisation des Landes wieder für Besucher zugänglich, erklärte Ahmad Deeb, stellvertretender Museumsdirektor. In diesem Abschnitt wolle man eine Sammlung „aus allen Epochen der Vorgeschichte, dem alten Orient und den klassischen und islamischen Epochen“ ausstellen.

Über 9.000 Exponate restauriert und zurückgewonnen

Bisher konnte das syrische Nationalmuseum über 9.000 Artefakte seit Beginn des Bürgerkrieges wieder zurückgewinnen und restaurieren, wie Mahmoud Hammoud, Direktor der syrischen Antikenverwaltung (DGAM) erklärte. Allerdings muss das syrische Nationalmuseum noch renoviert werden und dafür brauche es in erster Linie finanzielle Mittel. Zudem verwies er auf Hunderttausende Artefakte, die während des Bürgerkrieges ins Ausland geschmuggelt wurden.

Die Sammlung des syrischen Nationalmuseums wurde 2011 mit Beginn des Aufstandes, von der Regierung evakuiert. Die Artefakte wurden weit entfernt vom Kriegsgebiet versteckt. Schließlich handelt es sich bei der Sammlung zusammen mit den Sammlungen der Provinzmuseen um eine der wichtigsten im Nahen Osten.

Maamoun Abdul-Karim, einstiger DGAM-Direktor freute sich über die Wiedereröffnung und sprach von einem „großen Sieg für das Land“. Er erklärte, „wenn alle Museen landesweit wiedereröffnen, können wir sagen, dass die Krise in Syrien beendet ist“.

Allerdings geht der Konflikt in anderen Teilen des Landes, die noch nicht unter Assads Kontrolle sind, weiter. Durch das russisch-türkische Abkommen über die Rebellenhochburg Idlib konnte sich der Konflikt allerdings stabilisieren. Zudem haben sich am Samstag Russland, die Türkei, Frankreich und Deutschland in Istanbul zu einem Syriengipfel getroffen.

Quelle: Reuters