Mindestlohn – Top oder Flop?

Der Mindestlohn ist seit fünf Tagen gesetzlich festgelegt und immer noch scheiden sich die Geister daran, was er wohl bringen wird. Eine gute Nachricht gibt es aber vorweg: Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks sieht im Mindestlohn keine Beeinträchtigung der klassischen Friseurläden, wie Hauptgeschäftsführer Jörg Müller bekannt gab. Er rechnet insgesamt nicht mit negativen Folgen für das Friseurhandwerk durch den Mindestlohn. Im Gegenteil, bei den kleinen Betrieben mit drei bis zehn Mitarbeitern geht er sogar davon aus, dass diese gestärkt würden.

Die Friseurbranche gilt als klassischer Vertreter für Niedriglöhne. Seit knapp einem Jahr gibt es dort einen Branchentarifvertrag, der einen Mindestlohn vorsieht. Dieser soll jedoch erst ab August 2015 auf die gesetzlich festgelegten 8,50 Euro pro Stunde angehoben werden. Für Verbraucher gehen damit allerdings deutliche Preissteigerungen einher.

Verhaltene Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt durch Mindestlohn?

Die Volkswirte dagegen sehen das Ganze nicht so positiv. Aufgrund der Lohnuntergrenze gehen sie nur von einer verhaltenen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt aus. Sie rechnen zwar mit einem etwas kräftigeren Wachstum der Wirtschaft als noch im vergangenen Jahr, dennoch werde von dem Konjunkturschub auf dem Arbeitsmarkt kaum etwas ankommen.

Im Jahresmittel gehen die Ökonomen deutscher Großbanken von einer Arbeitslosenzahl von 2,9 Millionen Menschen aus. Das entspricht dann einer Stagnation der Zahl bzw. sogar einem leichten Anstieg.

Quelle: SZ-Online