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Mildes Wetter lockt die ersten Zecken heraus

Male Scientist Working With Microscope, Team In Laboratory Doing Research, Man And Woman Making

Das ungewöhnlich milde Wetter der letzten Februartage 2021 sorgt dafür, dass die Zeckensaison in diesem Jahr sehr frühzeitig beginnt.

Die Coronakrise sorgt dafür, dass viele ebenfalls wichtige Dinge in den Hintergrund geraten. Kaum jemand hat beispielsweise Notiz davon genommen, dass das Robert-Koch-Institut für das Jahr 2020 eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Infektionen mit der Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME) gemeldet hat. Bereits im September wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2018 übertroffen. Die Zeckenbekämpfung und die Prävention gegen von Zecken übertragene Krankheiten gewinnen an Bedeutung, weil nach den Angaben des RKI immer mehr Zecken Träger der Erreger von FSME und Borreliose sind. Die Veränderungen des globalen Klimas tragen zur Verstärkung der davon ausgehenden Gefahren bei.

Immer mehr Regionen in Deutschland sind FSME-Risikogebiete

Dass Unternehmen wie die Schädlingsbekämpfung Waiblingen in Baden-Württemberg und die Fachbetriebe in Bayern immer mehr Aufträge zur Vernichtung von Zecken in Gebäuden bekommen, muss angesichts der dort schon lange immensen Verbreitung nicht wundern. Doch der Umfang der vom RKI als Risikogebiete ausgewiesenen Flächen steigt ständig an. Im Jahr 2020kam beispielsweise der gesamte Stadtkreis der sächsischen Landeshauptstadt Dresden hinzu. Auch in Teilen der Stadt Leipzig sind Zecken bis in die Grünflächen der Wohngebiete hinein zu finden. Bei genauer Betrachtung der RKI-Daten zeigt sich eine Verbreitung der mit FSME behafteten Zecken von Süden nach Norden. Das belegt die Aufnahme des Landkreises Schmalkalden-Meinungen in die Liste der Risikogebiete. Inzwischen sind auch erste Bereiche beispielsweise in Rheinland-Pfalz, Hessen und Niedersachsen betroffen.

Was macht die Zecken so gefährlich?

Inzwischen ist wissenschaftlich bewiesen, dass Zecken mehr als ein halbes Dutzend Krankheiten übertragen können. Eine Impfung ist jedoch bisher nur gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) möglich. Eine Immunisierung gegen die Borreliose steht nicht zur Verfügung. Genauso ist es bei der Ehrlichiose, Rickettsiose und Babesiose, die ebenfalls von Zecken übertragen werden können. Die RKI-Experten gehen davon aus, dass bis zu einem Drittel aller Zecken in Deutschland Träger von Borrelien sind. Im Gegensatz zu den FSME-Risikogebieten zeigt sich die Verbreitung der Borrelien bundesweit. Zecken finden sich nicht nur in Wald und Flur, sondern sie dringen bis in Hausgärten vor und befallen oftmals auch Gebäude. In diesen Fällen ist die professionelle Schädlingsbekämpfung besonders wichtig.

Bei der von Zecken übertragenen Borreliose muss eine erfolgreiche Behandlung sehr frühzeitig beginnen, ansonsten drohen bei dieser systemischen Erkrankung langwierige oder gar lebenslange Krankheitsverläufe. Mittlerweile gibt es sogar erste Hinweise darauf, dass einige der insgesamt mehr als 40 bekannten Borrelienarten Resistenzen gegen die üblicherweise zur Behandlung verabreichten Antibiotika entwickelt haben. Wer von einer mit Borrelien befallenen Zecke gebissen wird, hat neuesten Studien zufolge ein 25-prozentiges Risiko, an einer Borreliose zu erkranken.

Quelle: RKI, Universität Heidelberg