Jeder Zweite erkrankt an Krebs

Im Laufe seines Lebens erkrankt mittlerweile jeder zweite Deutsche an Krebs. Einen der Gründe dafür sehen die Experten in der alternden Bevölkerung. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) jetzt mitteilte, sei die Zahl der Neuerkrankungen an Krebs zwischen 2004 und 2014 bei Männern um sechs, bei Frauen sogar um neun Prozent angestiegen.

Bericht „Krebs in Deutschland“ erschreckt

Die Zahlen stammen aus dem alle zwei Jahre erscheinenden Bericht „Krebs in Deutschland“. 2014 wurden demnach 476.000 Neuerkrankungen festgestellt, von denen 249.200 auf Männer und 227.000 auf Frauen entfielen. Bei den Frauen sind am häufigsten die Erkrankungen der Brustdrüse und des Darms zu finden, bei Männern sind Prostata und Lunge am stärksten betroffen. Bei Frauen liegt das durchschnittliche Erkrankungsalter bei 69 Jahren, bei Männern bei 70 Jahren.

Allerdings sind die Tumore unterschiedlich riskant. Abhängig ist dies zum Beispiel von den betroffenen Organen, der Größe des Tumors und dessen Ausbreitung bei Entdeckung. Die Heilungschancen sind bei schwarzem Hautkrebs, Hoden- und Prostatakrebs mittlerweile sehr gut. 90 Prozent der Betroffenen leben auch fünf Jahre nach der Erstdiagnose noch. Bei Tumoren an der Bauchspeicheldrüse sinkt die Überlebensrate dagegen auf weniger als 20 Prozent. Allerdings macht der Bericht „Krebs in Deutschland“ auch Hoffnung. So haben sich die Überlebenschancen für Krebspatienten „in den letzten 30 Jahren erheblich erhöht“.

Weiterer Anstieg an Neuerkrankungen erwartet

Auch für das kommende Jahr erwarten die Experten einen weiteren Anstieg der Neuerkrankungen. Derzeit erkrankt jeder zweite Deutsche im Laufe seines Lebens an Krebs, wie es in dem Bericht heißt. Frauen sind zwar tendenziell seltener betroffen, allerdings schlägt die Krankheit bei ihnen früher zu, heißt es in der Studie. Diese wird vom Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD), das zum RKI gehört, und der Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister in Deutschland erstellt.

Die größte Bedeutung unter den einfach zu vermeidenden Risikofaktoren hat der Tabakkonsum, heißt es in dem Bericht. Etwa 16 Prozent aller neu aufgetretenen Krebserkrankungen pro Jahr lassen sich demnach auf das Rauchen zurückführen. An zweiter und dritter Stelle folgen Übergewicht und Bewegungsmangel. Auch der Alkoholkonsum, der zu den ernährungsabhängigen Einzelfaktoren zählt, ist ein wichtiger Faktor, der häufig zu Krebserkrankungen führt.

Um den Bericht zu erstellen, werden vom ZfKD die Daten der Landeskrebsregister auf Bundesebene gesammelt. Allerdings können die bundesweiten Zahlen der Neuerkrankungen bisher nur geschätzt werden, da noch nicht aus allen Ländern vollständige und flächendeckende Daten übermittelt werden. Trotzdem hat sich die Datengrundlage in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Quelle: dpa