Ist der Flughafen BER endlich auf der Zielgeraden?

Am Flughafen BER sieht es so aus, als könnten die künftigen Betreiber den geplanten Termin der Eröffnung im Jahr 2020 halten. Das geht aus einem Statement von Engelbert Lütke Daldrup gegenüber dem Sender rbb hervor.

Am 28. Juli 2019 starteten am Flughafen BER die ersten komplexen Tests im Beisein von TÜV-Experten. Dabei soll das Zusammenspiel verschiedener technischer Komponenten im neuen Terminal geprüft werden. Engelbert Lütke Daldrup betonte in dem rbb-Interview, dass die zu prüfenden Systeme bereits intern durchgeführte Tests erfolgreich bestanden hätten. Nun stellt sich die Frage, ob der TÜV in den nächsten Wochen zu dem gleichen Ergebnis kommt.

Was wird am Flughafen BER genau getestet?

Insgesamt soll ein Dutzend Anlagengruppen genauer unter die Lupe genommen werden. Dazu gehören auch die Systeme, deren Mängel bereits für mehrere Verschiebungen der Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens gesorgt haben. Beispiele dafür sind die Brandmeldeanlagen, die automatischen Feuerlöschsysteme sowie die Entrauchungs- und Belüftungsanlagen. Aber auch die Rolltreppen, Fahrtreppen und Aufzüge sollen unter Aufsicht der TÜV-Experten geprüft werden. Zuletzt waren die Bauherren des Airports Berlin-Brandenburg durch die Verwendung unzulässiger Dübel für die Befestigung von Elektrokabeln und Kommunikationsleitungen in die Kritik geraten. Die lange Bauzeit bereitete bei der Abnahme der Anlagen schon an einigen Stellen Probleme. Der Grund ist, dass sich seit dem Baubeginn im Jahr 2006 zahlreiche Bau- und Sicherheitsvorschriften geändert haben.

Bedeutung der Fertigstellung des Airports Berlin-Brandenburg steigt durch den Brexit

Der neue Hauptstadtflughafen BER ist auf ein jährliches Passagieraufkommen von 28 Millionen Reisende ausgelegt. Eine Erweiterung der Kapazitäten auf bis zu 58 Millionen Passagiere pro Jahr ist bis 2035 geplant. Allerdings könnte ein ungeregelter Brexit dazu führen, dass der Ausbau wesentlich schneller erfolgen muss. Bei einem No-Deal-Brexit steigen die Kosten für innereuropäische Flüge bei Zwischenlandungen in London. Umsteigende Reisende machen einen erheblichen Teil der insgesamt rund 80 Millionen Passagiere am Flughafen London Heathrow aus. Ein ungeregelter Brexit wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass viele Airlines bei den Zwischenlandungen und Umstiegen auf Flughäfen in Deutschland ausweichen. Allein schon die Verschiebung der vollständigen Eröffnung auf den Herbst 2020 dürfte den künftigen Betreibern von BER in diesen Zusammenhang erhebliche Gewinnnachteile bringen. Stattdessen profitieren die deutschen Großflughäfen, die sofort Kapazitätsreserven anbieten können. Dazu gehören vor allem Frankfurt, Düsseldorf, München sowie der Flughafen Leipzig-Halle.

Quelle: rbb