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Insektenhotel im Garten und was es bringt

Ein Insektenhotel im Garten aufbauen? Was soll das bringen, außer noch mehr tierische Schädlinge in den Garten zu ziehen? Sie können mit Insektenhotels vor allem Nützlingen einen Unterschlupf bieten. Wildbienen und Marienkäfer, Hummeln und Ohrenkäfer können Ihren Garten sauber halten und zum Beispiel die gefürchteten Blattläuse bekämpfen. Zudem tragen Sie Ihren eigenen Teil dazu bei, Arten vor dem Aussterben zu bewahren. Aufgrund der sinkenden Totholz-Bestände in den Wäldern sind nämlich immer mehr Arten auf der Roten Liste verzeichnet. Insektenhotels finden Sie im Fachhandel in zahlreichen Ausführungen. Das einfache Wildbienenhäuschen gibt es bereits ab zehn Euro. Doch auch Luxus-Ausführungen für weit über 100 Euro sind erhältlich. Was taugen aber diese Hotels?

Beim Kauf von Insektenhotels Obacht geben

Wenn Sie Insektenhotels im Handel erwerben möchten, sollten Sie ein paar Punkte beachten. Typisch sind gebohrte Löcher im Holz als Unterschlupf für Wildbienen. Sie sollten darauf achten, dass das gewählte Insektenhotel aus Hartholz besteht. Wird Weichholz verwendet, können sich die Holzfasern bei Feuchtigkeit aufstellen und die Flügel der Bienen verletzen. Daher nehmen sie solche Insektenhotels nur ungern oder auch gar nicht an.

Beachten Sie auch, dass die Insektenhotels optisch zwar beeindrucken mögen, oftmals aber nur mit billigem Füllmaterial ausgestattet sind. Freilich sind Tannenzapfen und Baumrinde keine schlechte Idee, allerdings lassen sich mit solch einfachen Mitteln Insektenhotels für den eigenen Garten auch günstiger selbst basteln.

Ein Insektenhotel für Wildbienen selbst basteln

Schnell kann zum Beispiel ein Insektenhotel für Wildbienen selbst gebastelt werden. Dafür brauchen Sie nur einen Stamm oder Ast mit 20 bis 30 Zentimetern Durchmesser. Ideal sind Buchenhölzer geeignet. Die Rinde sollte glatt sein, das Holz gut abgelagert und getrocknet. Zunächst halbieren Sie den Stamm und bohren dann Löcher hinein. Der Durchmesser darf zwei bis acht Millimeter betragen.

Zwischen den Löchern sollten Sie jeweils einen Zentimeter Abstand waren. Die Gänge legen Sie parallel zu den Löchern an. Achten Sie darauf, dass sie etwa die zehnfache Tiefe des Durchmessers haben.

Jetzt müssen Sie nur noch die Späne aus den Gängen entfernen und die Eingänge eventuell noch einmal nachfeilen. Mit ein paar Haken und einer Schnur versehen, können Sie das selbst gebastelte Insektenhotel aufhängen. Am besten eignet sich ein wettergeschützter Platz an der Hauswand, die südlich ausgerichtet ist.

Ungefährlichen Wespen ein Insektenhotel bieten

In Deutschland gibt es mehr als 500 Wildbienenarten. Hinzu kommen 250 Wespenarten. Die sind aber oftmals gar nicht als solche zu erkennen und können dem Menschen vielfach nicht einmal Schaden zufügen. Für die Natur sind diese Wespen aber wichtig, um alles im Gleichgewicht zu halten. Zu ihnen zählt zum Beispiel die Grabwespe. Sie betäubt die Beute mit dem Stachel und schleppt sie zum Nistplatz, wo sie mit dem Beutetier, meist Blattläuse und Raupen, den eigenen Nachwuchs füttert. Im heimischen Garten kann sie also ebenfalls für die Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden.

Ein konisch zulaufender Blumentopf dient als Basis für das Wespen-Insektenhotel. Ein paar Strohhalme oder Bambushalme, die einen Durchmesser zwischen zwei und sechs Millimetern aufweisen, benötigen Sie zusätzlich. Sollten Sie die Bambushalme schneiden, achten Sie auf saubere, gerade Schnittkanten, damit sich die Tiere nicht verletzen. Mit einem Gummiband bündeln Sie die Halme und kleben sie im Topf fest. Fertig ist Ihr Insektenhotel für nützliche wilde Wespen.

Insektenhotel für Ohrenkneifer selbst bauen

Auch für die Ohrenkneifer können Sie ein Insektenhotel selbst bauen. Dafür brauchen Sie nicht viel: Ein Tontopf, etwas Stroh oder Holzwolle und Maschendraht reichen aus. Das Stroh oder die Holzwolle füllen Sie in den Topf und sichern sie mit etwas Maschendraht vor dem Herausfallen. Das fertige Insektenhotel können Sie anschließend mit einem Stab ins Beet stecken oder an einen Baum hängen.

Tagsüber haben die Ohrenkneifer so eine ideale Versteckmöglichkeit und können nachts ausgeruht auf die Jagd gehen. Bevorzugte Beute sind die gefürchteten Blattläuse und Apfelwickler. Und wer einmal eine ganze Apfelernte durch den Apfelwickler verloren hat, wird für die Ohrenkneifer im Garten dankbar sein, auch wenn sie oft eklig erscheinen.