Indonesien macht außerehelichen Sex zum Straftatbestand

Die Erhebung von außerehelichem Sex zur Straftat erfolgt in Indonesien im Rahmen einer kompletten Überarbeitung des Strafgesetzbuchs, das am 24. September 2019 verabschiedet werden soll.

Der außereheliche Sex als Straftat wird nach den aktuellen Plänen der indonesischen Regierung voraussichtlich ab dem Jahr 2021 geahndet. Die angekündigten Strafen sind erheblich. Wer sich dabei erwischen lässt, muss damit rechnen, bis zu ein Jahr ins Gefängnis zu müssen. Dafür reicht eine Anzeige eines nahen Familienangehörigen als Beweis völlig aus. Zu den neuen Regelungen im indonesischen Strafrecht zählt außerdem die Präsidentenbeleidigung und die Beleidigung des Vizepräsidenten. Mit empfindlichen Strafen müssen auch diejenigen rechnen, die es sich erlauben, Kritik an der in Indonesien erheblich eingeschränkten Pressefreiheit zu üben.

Indonesien stellt auch einvernehmlichen Sex außerhalb der Ehe unter Strafe

Die neuen Regelungen in Indonesien weisen keine Ähnlichkeiten zu den strafrechtlichen Bestimmungen in den Industrienationen auf. Dort wird niemand bestraft, der sich zum einvernehmlichen Sex unter Erwachsenen zusammenfindet. Das zu verabschiedende Strafgesetzbuch von Indonesien sieht eine Gefängnisstrafe aber auch für diesen Fall vor. Das heißt, nicht einmal heiratswillige Paare können vor der Eheschließung in der Praxis prüfen, ob ihre erotischen Vorlieben miteinander kompatibel sind. Für die Strafe reicht auch das Zusammenleben vor der Eheschließung aus. Nach dem Inkrafttreten des neuen Strafgesetzbuchs in Indonesien werden nach den aktuellen Entwürfen auch alle gleichgeschlechtlich orientierten Männer und Frauen kriminalisiert, obwohl sie im neuen Strafrecht diesbezüglich nicht explizit erwähnt werden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezeichnete die Gesetzentwürfe deshalb wörtlich als „katastrophal“.

Schwangerschaftsabbrüche sind in Indonesien ebenfalls ein Straftatbestand

Theoretisch können und dürfen Ärzte in Indonesien einen Schwangerschaftsabbruch durchführen. Allerdings wird es nach dem Inkrafttreten des neuen Strafgesetzbuchs keine Frauen geben, die einen solchen Wunsch äußern. Die Erlaubnis für Ärzte ist bloße Makulatur, weil den Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen, eine Gefängnisstrafe von bis zu vier Jahren droht. Die Helfer bei einem Schwangerschaftsabbruch können sogar mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. Die Zustimmung des indonesischen Parlaments zu den neuen strafrechtlichen Regelungen gilt derzeit als eine reine Formsache.

Quelle: CNN