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IG Metall erzielt Pilotabschluss in NRW

Schreibtisch mit Notebook und Dokumenten

Die Gewerkschaft IG Metall sowie die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Vereinbart wurden eine Corona-Prämie, sowie jährliche Sonderzahlungen. Der Tarifabschluss gilt als Pilotabschluss für Nordrhein-Westfalen und dürfte bundesweit übernommen werden.

Die Verhandlungen dauerten zehn Stunden, am Ende stand aber ein Abschluss. Bis Ende Juni erhalten die Mitarbeiter demnach eine Corona-Prämie von 500 Euro sowie eine prozentuale Entgeltsteigerung in Form eines Transformationsgeldes. Die Kernbestandteile der Einigung dürften auch bundesweit übernommen werden.

Löhne steigen um 2,3 Prozent

Profitieren dürften von dem neuen Abschluss rund 700.000 Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen. Deren Löhne und Ausbildungsvergütungen sollen ab um 2,3 Prozent steigen. Allerdings wird die Erhöhung für acht Monate angespart und soll im in Summe (18,4 Prozent) an die Beschäftigten ausgezahlt werden.

Damit soll eine neue jährliche Zahlung eingeläutet werden, die ab Februar 2023 27,6 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens ausmachen soll. Das Transformationsgeld kann zusammen mit anderen Tarifelementen genutzt werden, um die Arbeitszeit auf eine Vier-Tage-Woche zu verkürzen, ohne dass sich dies im Geldbeutel der Arbeitnehmer allzu stark bemerkbar macht.

Der neue Tarifvertrag soll rückwirkend ab dem 01.01.2021 gelten und hat eine Laufzeit von 21 Monaten. Damit endet er am 30. September 2022. Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall in NRW bezeichnete den Abschluss als „richtungsweisendes Ergebnis“. Man habe damit eine Möglichkeit geschaffen, die Arbeitszeit ohne wesentlichen Entgeltverlust zu verkürzen. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Betriebsparteien darauf in einer freiwilligen Betriebsvereinbarung verständigen. Auch IG Metall Chef Jörg Hofmann zeigte sich erfreut. Mit dem aktuellen Abschluss würden die Folgen der Corona-Krise nicht allein auf den Schultern der Arbeitnehmer abgeladen.

Vier Prozent mehr Lohn waren nicht drin

Ursprünglich hatte die IG Metall, die die Interessen der Arbeitnehmer in der mitarbeiterstärksten Industrie vertritt, vier Prozent mehr Lohn und eine Laufzeit von einem Jahr gefordert. Obwohl die Pandemie und ihre Folgen bereits absehbar waren, hat die Gewerkschaft ihre Forderungen zuletzt noch mit Warnstreiks unterstrichen. Die Arbeitgeber dagegen hatten immer wieder betont, dass aufgrund der Corona-Krise nicht viel Spielraum für Lohnerhöhungen gegeben sei. Von Seiten der Arbeitgeber wurde die Forderung nach automatisch wirkenden tariflichen Entlastungsmechanismen laut, die für besonders von der Krise betroffene Unternehmen gelten sollte. In der Begründung hieß es, dass dies nötig sei, um Arbeitsplätze zu sichern.

Trotzdem waren zuletzt auch die Arbeitgeber mit der Einigung zufrieden. Man habe eine gute Lösung unter den „schwierigen Bedingungen von Rezession und Corona-Pandemie“ gefunden, so Gesamtmetall-Chef Stefan Wolf.

Gleichzeitig habe man die Pforzheim-Regelung. Laut dieser könnten freiwillige Betriebsvereinbarungen getroffen werden, um Abweichungen von den tariflichen Regelungen durchzusetzen. Damit könne etwa ein Strukturwandel im Unternehmen gestemmt werden. Außerdem könnte mit entsprechender Betriebsvereinbarung die Arbeitszeit für bis zu 36 Monate gesenkt werden.

Quelle: Reuters