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Häuser aus dem 3D-Drucker: Deutsche Technik in den USA im Einsatz

Architecture, building and construction concept. Cropped shot of two engineers evaluating design of

Moderne Technik macht es möglich, die Rohbauten für ganze Wohnhäuser mit dem 3D-Drucker zu erstellen. Einer dieser Drucker ist aktuell für die Organisation Habitat for Humanity im Einsatz.

Bezahlbarer Wohnraum ist nicht nur in Deutschland knapp. Auch in den USA fehlen massenhaft Sozialwohnungen. Dort sorgt unter anderem die gemeinnützige Organisation Habitat for Humanity dafür, dass vielen Menschen die Obdachlosigkeit erspart bleibt. Seit der Gründung der Organisation im Jahr 1976 haben rund 29 Millionen Menschen von diesen Bemühungen profitiert. Nun hat sich Habitat for Humanity Unterstützung aus Deutschland an die Seite geholt. Derzeit entsteht in Arizona ein Haus aus dem 3D-Drucker der PERI AG.

Das PERI-Haus aus dem 3D-Drucker stellt in den USA einen Rekord auf

In Deutschland wäre es kein Rekord mehr, mit einem solchen Projekt sämtliche Genehmigungsverfahren durchlaufen zu können. In den USA ist das anders. Die PERI AG leistete mit ihrem Haus aus dem 3D-Drucker Pionierarbeit, denn es ist das erste auf diese Weise erstellte Wohnhaus, das dort alle erforderlichen Genehmigungen bekommen hat. Aber auch die Bauzeit ist rekordverdächtig. Der Rohbau aus dem 3D-Betondrucker soll lediglich rund zwei Wochen benötigen, obwohl er nach der Fertigstellung eine Wohnfläche von rund 160 Quadratmetern bietet. Wenn es keine Pannen gibt, sollen die künftigen Bewohner bereits Ende August oder Anfang September 2021 einziehen können. Bei einem Erfolg dürfte der leistungsstarke 3D-Betondrucker schnell viel Arbeit bekommen, denn die Organisation Habitat for Humanity hilft in über 60 Ländern der Welt bei der Beschaffung von Wohnraum für hilfsbedürftige Menschen.

Wie funktioniert der 3D-Drucker für Wohnhäuser?

Die in Bayern beheimatete PERI AG setzt in Arizona das Modell COBOD BOD2 ein. Er hat sich bereits bei Projekten im bayerischen Wallenhausen und im nordrhein-westfälischen Beckum erfolgreich bewährt. Der Druckkopf ist an einem eigens für jedes Projekt angepassten Metallrahmen befestigt und kann dreidimensional jeden Punkt innerhalb des Rahmens ansteuern. Die Drucktechnik ist sehr schnell, denn ein Quadratmeter doppelschalige Wand kann binnen 5 Minuten erstellt werden. Auch der Innenausbau wird beschleunigt. Notwendige Hohlräume für Elektro-, Wasser- und Heizungsanschlüsse werden beim Betondruck bereits berücksichtigt. Doch es kommt noch besser. Der Betondrucker COBOD BOD2 arbeitet so sicher, dass die ersten Ausbauarbeiten bereits während des Drucks beginnen können. Zudem haben die Architekten viel gestalterischen Spielraum. Beim Einsatz der 3D-Betondrucker für ganze Häuser ist es gleichgültig, ob er gerade, gewinkelte oder gebogene Wände geplant werden.

Bayerische Baufirma hält derzeit einen weiteren Rekord

Übrigens ist das Projekt in Arizona nicht der einzige Rekord, mit dem sich die PERI AG aktuell schmücken kann. Erst vor wenigen Monaten wurde in der Nähe von Warschau ein Tauchbecken gebaut, das derzeit bei künstlichen Tauchbecken den Tiefenrekord hält. Für den „Deepspot“-Bau nutzte das Unternehmen die Technik der Stapeltürme für den unteren Teil. Er schafft ergänzend zum oberen Teil eine ergänzende Tiefe von 25 Metern und ermöglich zusammen mit dem oberen und überirdischen Teil eine maximale Tauchtiefe von reichlich 45 Metern. Den Bau des „Deepspot“-Tauchbeckens bezeichnet das Unternehmen in einem Pressestatement mit Blick auf die zu beachtenden statischen Aspekte wörtlich als „Herausforderung der Königsklasse“. Mit dem „Deepspot“ dürfte sich die touristische Attraktivität der Stadt Mszczonów deutlich steigern, denn in das Tauchbecken wurden einige Höhlen, schräge Bereiche und ein Bootswrack integriert. Außerdem gibt es in der Anlage ein Unterwasserhotel mit Ausblicken in das Tauchbecken.

Quelle: PERI AG, COBOD A/S, offizielle Website Deepspot