Gefährdete Tierarten: Der Gepard

Zu den gefährdeten Tierarten laut Roter Liste der IUCN zählen der Afrikanische und der Asiatische Gepard. Die Tiere in Afrika leben in trockenen Grassteppen, in den Bergen der Sahara und im Trockenwald. Der Asiatische Gepard hat seinen Lebensraum im Nordiran, vor allem in den Tiefebenen der Wüste. In der Sahara kommen allerdings nur noch einige wenige Tiere vor. Insgesamt gibt es weltweit nur noch 7.000 bis 10.000 Geparden, wobei der Afrikanische Gepard mit rund 250 Tieren und der Asiatische Gepard mit nur noch 60 bis 100 Tieren sogar als „vom Aussterben bedroht“ gelten.

Der Gepard – das schnellste Landtier der Welt

Die Geparden gehören zu den schnellsten Landtieren der Welt. Sie können binnen drei Sekunden von 0 auf 90 Stundenkilometer beschleunigen. Zwar gehören Geparden zur Familie der Katzen, allerdings sind sie die einzigen Katzen, die ihre Krallen nicht einziehen können. Zudem sind Geparden tagaktiv.

Noch vor gut 100 Jahren waren die Geparden sehr weit verbreitet, vor allem auf dem asiatischen Kontinent. Ihr Lebensraum erstreckte sich von der arabischen Halbinsel bis hin zu den nördlichen Küstengebieten des Kaspischen Meeres und des Aralsees. Auch in Afghanistan, Indien und Pakistan kamen die Tiere vor. Heute leben die letzten Asiatischen Geparden nur noch im Nordiran.

In Afrika hat der Gepard ebenfalls drei Viertel seines ursprünglichen Lebensraums eingebüßt. Vor allem in Südafrika und vereinzelt im Osten des Kontinents finden sich heute noch einige Tiere. Im Norden und Westen Afrikas sind die Bestände massiv gesunken.

Sinkende Gazellen-Zahlen reduzieren die Chancen für Geparden

Vor allem die massive Reduzierung der Gazellen in Nordwestafrika haben das Überleben der Geparden stark gefährdet. Die Gazellen gelten als Hauptbeutetier der Raubkatzen in Afrika. Durch die gesunkenen Zahlen von Gazellen in der Region musste der Gepard sich andere Beutetiere suchen, meist das Nutzvieh der Menschen. Das wiederum führte zu massiven Konflikten zwischen Mensch und Tier, wodurch die Geparden weiter ausgerottet wurden.

Die Geparden wurden von den Sumerern im vierten Jahrtausend vor Christus zur Jagd dressiert. Die Haltung von Geparden war aber auch im alten Mogulreich, der Region, die heute Indien entspricht, weit verbreitet. Allerdings gab es die Tiere bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur noch so selten, dass man Tiere aus Afrika importieren musste, um sie weiter züchten zu können. Das Problem dabei: In Gefangenschaft lassen sich Geparde nur sehr schlecht vermehren.

Weitläufige Lebensräume für Geparden selten

Im Nordiran leben heute höchstens noch 100 Tiere. Zwar gilt der Bestand dort als recht stabil, allerdings ist er aufgrund der geringen Zahl sehr anfällig gegenüber auftretenden Krankheiten und Naturkatastrophen. Die Geparde im Iran müssen sich vorwiegend von Hasen ernähren, da größere Beutetiere kaum vorhanden sind. Zudem benötigen die Tiere sehr weitläufige Lebensräume. Die Schutzgebiete, die derzeit vorhanden sind, sind jedoch kaum groß genug, um den Tieren langfristiges Überleben zu ermöglichen.

In Südafrika versucht man mittlerweile gegenzusteuern. Dort entsteht aktuell das Kavango-Zambesi-Naturschutzgebiet, kurz KAZA. Es soll eine Fläche von 287.000 Quadratkilometern erhalten, was etwa der Fläche Italiens entspricht. Insgesamt 36 Nationalparks, Wildtierreservate und kommunale Schutzgebiete werden in dem grenzüberschreitenden Projekt zusammengefasst. Damit soll ein Areal geschützter Gebiete entstehen, welches im Gegensatz zu den bisherigen Gebieten, die doch sehr vereinzelt und auseinandergerissen waren, zusammenhängend gestaltet wird. Das Gebiet soll nachhaltig verwaltet, bewirtschaftet und überwacht werden, wobei eine Zusammenarbeit auch mit den lokalen Gemeinden angedacht ist.

Quelle: WWF