Förderung für Mehrgenerationenhäuser soll verlängert werden

Eine Verlängerung der Förderungen für Mehrgenerationenhäuser über das Jahr 2020 hinaus wäre sinnvoll. Diese Meinung vertritt die FDP-Bundestagsfraktion in einem Antrag, welcher der Bundesregierung am 8. Mai 2019 vorgelegt wurde.

Doch allein die Verlängerung der Förderungen für Mehrgenerationenhäuser reicht den Abgeordneten nicht aus. Sie verlangen, dass die Bundesregierung auch die Höhe der Förderung aufstockt. Statt der bisherigen 30.000 Euro pro Jahr soll es nach dem Antrag künftig 40.000 Euro pro Jahr geben. Die Forderungen nach dieser Aufstockung begründen die Antragsteller mit der in den letzten Jahren beobachteten Kostensteigerung.

Die Förderungen für Mehrgenerationenhäuser waren bisher ein voller Erfolg

Der Startschuss für das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser erfolgte im Jahr 2006. Die Förderung hat sich bezahlt gemacht, denn inzwischen gibt es in ganz Deutschland mehr als 500 solche Objekte. Sie haben sich als Begegnungsstätten für Jung und Alt bewährt und unterstützen mittlerweile mit Bildungsangeboten auch die Integration. Dabei sind Projekte entstanden, in denen die lokalen Besonderheiten berücksichtigt werden. Dass diese Projekte gut funktionieren, liegt nicht zuletzt am immensen Engagement freiwilliger und ehrenamtlicher Helfer. Trotzdem haben sich die Kosten massiv erhöht. Dazu trugen allein schon die Steigerungen bei den Energiepreisen bei. Die Bedeutung solcher Projekte steigt in dem Maße, in welchem Fachkräfte in den Pflegeberufen fehlen.

Regelmäßige Kontakte zwischen Jung und Alt haben durchweg positive Auswirkungen

Wie Jung und Alt von solchen Begegnungsstätten profitieren, zeigte die VOX-Dokumentation „Wir sind klein und ihr seid alt“. Dabei trafen über sechs Wochen hinweg Kindergartenkinder auf die Bewohner einer Seniorenresidenz. Der regelmäßige Kontakt mit den Kindern bewirkte eine deutliche Verbesserung der Restfähigkeiten der Senioren. Das konnte über standardisierte medizinische Tests bewiesen werden. Aber die Vorteile lagen nicht nur auf Seiten der Senioren. Gute Auswirkungen hatten die Begegnungen auch für die Kinder. Sie lernten dabei, mit den Beeinträchtigungen der Senioren umzugehen.

Das Mehrgenerationenhaus hat auch im privaten Rahmen Vorteile

Viele Familien wünschen sich das Zusammenleben mit ihren Kindern und ihren Eltern unter einem Dach. Die Vorteile des generationenübergreifenden Wohnens liegen klar auf der Hand. Großeltern können kleine Kinder „auf dem kurzen Weg“ betreuen und umgekehrt bekommen Sie Hilfe von den Kindern und den Enkeln. Das heißt, die Senioren können länger in den eigenen vier Wänden bleiben. Das spielt auch mit Hinblick auf den Fachkräftemangel in den Pflegeheimen in Deutschland eine wichtige Rolle. Vielleicht sollte sich die Bundesregierung überlegen, im Rahmen der Wohnungsbauförderung spezielle Förderprogramme für den Bau privater Mehrgenerationenhäuser aufzulegen. Das könnte die Lage in den Pflegeheimen und auf dem Wohnungsmarkt entspannen.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 19/9935, VOX