Fische gegen Hautkrankheiten

Viele Hautkrankheiten sollen mit dem Einsatz von kleinen Fischen bekämpft werden können. Besonders weit verbreitet sind die so genannten Fisch-Pediküre-Salons in Thailand. Während der „Patient“ seine Füße ins Wasser taucht, knabbern die kleinen Fische an ihnen. Mittlerweile ist der Trend auch in Deutschland angekommen. Doch Ärzte bleiben dem Phänomen gegenüber skeptisch.

Saugbarben werden immer häufiger eingesetzt

In Deutschland schwören immer mehr Menschen auf „Dr. Fish“. Sie erhoffen sich nicht nur, dass die Saugbarben die Hornhaut an den Füßen abknabbern, sondern auch Linderung bei Hautkrankheiten, wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, bieten. Bisher gibt es keine klaren Zahlen darüber, wie viele dieser Fisch-Spas in Deutschland bereits eröffnet haben. Allerdings werden es mehr, wie Philip-Varius Bacher der Nachrichtenagentur dpa gegenüber mitteilte. Seit 2011 betreibt er einen Onlineversand für die Fische, die ihre Heimat in der türkischen Kangalregion haben.

Der Einsatz der oft roten Saugbarben wird von Experten als Wellnessbehandlung und ökologische Fußpflege beschrieben. Vor allem die Damenwelt fragt die Behandlung mit den Fischen stark nach. Die Behandlung findet in den Aquarien statt, in denen die Fische auch gehalten werden. Sie müssen mit speziellen Filtern und zahlreichen Verstecken ausgestattet werden. Grund für die Behandlung im Haltungsbecken ist der Stress, den das ständige Umsetzen der Tiere für diese bedeuten würde.

Tierschützer sind gegen den Einsatz der Fische gegen Hautkrankheiten

Tierschützer monieren sich indes immer stärker über den Einsatz der Fische als Behandlung bei Hautkrankheiten oder zu Wellnessanwendungen. Sie gehen davon aus, dass dieser Einsatz eine Tierquälerei sei, dass er für die Fische zum absoluten Stress werde. Kommunen und Amtstierärzte sehen das oft ähnlich. So kommt es recht häufig zum Streit zwischen den Betreibern der Fisch-Spas und den Kommunen. Häufig wurden schon Verbote den Einrichtungen gegenüber ausgesprochen – stets mit dem Verweis auf den Tierschutz.

Selbst Gerichte mussten sich damit schon befassen. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen stellte sich im vergangenen Jahr jedoch auf die Seite der Betreiber. Eine Inhaberin eines Friseur-Salons durfte die Fisch-Spa-Behandlungen weiter anbieten. Sie verstoße damit nicht gegen den Tierschutz, hieß es im Urteil.

Nicht jeder darf seine Füße von den Fischen anknabbern lassen

Seriöse Fisch-Spa-Betreiber achten zudem auf eine ausreichende Hygiene. So müssen die Füße der Kunden vor dem Eintauchen ins Fischbecken gereinigt werden. Rückstände von Cremes oder Kosmetika dürfen nicht ins Wasser gelangen, da diese für die Fische schädlich sein können. Personen, die ansteckende Erreger in sich tragen, dürfen die Anwendung ebenfalls nicht durchführen. Die seriösen Betreiber befürchten nämlich, dass dieser Erreger ins Wasser gelangen und sich so ausbreiten könnte.

Das Wasser wird zudem mit starken Pumpen und UV-Filtern regelmäßig entkeimt. Schwierig wird es in einigen Einrichtungen auch für Personen, die unter Hautkrankheiten, wie Neurodermitis, leiden. Sie dürfen ihre Füße nicht ins Wasser halten, obwohl die Fische doch gerade ihnen helfen sollen.

Dermatologen bleiben Fischen gegenüber skeptisch

Auch einige Heilpraktiker bieten die Behandlung mit den Knabberfischen an. Dermatologen allerdings bleiben skeptisch. Es gibt keine Studien zu den Behandlungserfolgen und die Darstellungen, die offiziell bekannt gemacht werden, sind nicht evaluiert. Zwar könnten die Fische durchaus beim Abschuppen helfen und auch ein gutes Gefühl bei den „Patienten“ hinterlassen. Eine nachhaltige Behandlung jedoch sei mit ihnen nicht möglich, sind sich die Schulmediziner sicher.

Quelle: Heilpraxis