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Filmproduktionen werden durch die Folgen der Coronakrise teurer

Clapboard Cinema Entertainment

Kulturschaffende haben es momentan schwer. Das gilt von den Alleinunterhaltern bis hin zu den an Filmproduktionen Beteiligten.

Seit einiger Zeit sind die großen Studios nicht mehr bereit, riesige Summen in die Kosten für Filmproduktionen zu investieren. Dieser Trend setzte schon lange vor dem Beginn der Coronakrise ein. Doch sie hat dafür gesorgt, dass die Filmemacher vor neuen Herausforderungen stehen. Die Branche ist massiv unter Druck, auch wenn sie Einnahmen nicht nur aus dem Verkauf von Tickets für Kinovorführungen erzielen kann.

Welchen Problemen müssen sich die Chefs von Filmproduktionen stellen?

Die Kosten für Filmproduktionen verteuern sich durch die Maßnahmen, die weltweit zur Eindämmung von COVID-19 getroffen wurden. So verwiesen beispielsweise die Produzenten von „On the Verge“ darauf, dass die gesamte Crew während der Dreharbeiten in Frankreich mindestens drei Coronatests pro Woche absolvieren muss. Bei mehreren Produktionen mussten aufgrund der Entwicklung der Corona-Zahlen die Drehorte in andere Länder verlegt werden. Betroffen waren beispielsweise die Netflix-Serie „Snabba Cash“ sowie der Film „The Emigrants“. Hier mussten die Macher ihre günstigen Drehorte in Tschechien aufgeben und stattdessen im wesentlich teureren Schweden drehen. Das bestätigte Frederik Wikström Nicastro in einem Statement.

Angst der Akteure macht Produzenten das Leben schwer

Die Studios sind unter Druck, denn sie müssen nach der Lockerung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie schnell wieder Geld verdienen. Das heißt, sie müssen auch unter erschwerten Bedingungen drehen und für Nachschub im Fernsehen und auf den Kinoleinwänden sorgen. Doch viele Stars und Sternchen haben aktuell zu viel Angst vor einer Ansteckung und lehnen deshalb Angebote für Film- und Serienrollen ab. Die Kapazitäten der „mutigen“ Schauspielerinnen und Schauspieler sind zu einer begehrten Mangelware geworden. Das betonten die Macher der im Auftrag von Amazon gedrehten Serie „The Banker’s Wife“. Selbst wenn die Talentesucher Erfolg haben, heißt das nicht, dass die Produzenten die Rollen als besetzt abhaken können. Die Manager der Schauspielerinnen und Schauspieler verlangen ergänzende Klauseln in den Verträgen, welche ihre Schützlinge auch für den Fall einer COVID-19-Infektion vollumfänglich absichern.

Produktionsfirmen müssen Risiko oftmals allein tragen

In Deutschland haben viele Unternehmen eine Versicherung, die auch den Fall einer Betriebsschließung durch höhere Gewalt umfasst. Doch Filmstudios sollten sich auf die Deckung durch eine solche Police nicht verlassen. Ein Negativbeispiel gibt es bereits. Die Allianz stellt sich bei der Regulierung solcher Schadensfälle quer. Inzwischen müssen sich bereits Gerichte damit befassen. Außerdem sind durch eine Pandemie bedingte Ausfälle durch Betriebsschließungen im Deckungsumfang von Neuverträgen grundsätzlich ausgeschlossen. Die Konsequenz ist, dass die Filmproduzenten von zwei Seiten unter Druck stehen, denn die Anwälte der Schauspieler und Regisseure fordern wiederum Klauseln, die ihren Mandanten Zahlungen auch für den Fall von Drehunterbrechungen garantieren, die aufgrund behördlicher Anordnungen notwendig werden.

Quelle: GDV, Allianz, SF Studios, Federation Entertainment