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EZB setzt Niedrigzinsphase weiter fort

Wer hofft, bald höhere Zinsen für seine Geldanlagen zu bekommen, sah sich nach der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank am 2. Juni 2016 in Wien einer Enttäuschung gegenüber. Der EZB-Rat ist den Empfehlungen gefolgt, die von Peter Praet erst kürzlich gegeben wurden. Peter Preat ist der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank und der Meinung, dass es noch zu früh wäre, die Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur in Europa zurückzufahren. Nach dem aktuellen Beschluss des EZB-Rats gehen die Volkswirte der bedeutenden Banken davon aus, dass sich an der Zinspolitik der EZB so schnell nichts ändern wird. Der zweite Grund dafür ist, dass die Inflationsrate in Europa noch meilenweit vom Zielwert von zwei Prozent entfernt ist.

Wie sehen die Zinsen der EZB aktuell aus?

Wollen Banken ihre Gelder über Nacht bei der Europäischen Zentralbank hinterlegen, müssen sie nach wie vor einen Strafzins von 0,4 Prozent bezahlen. Kredite an die Banken reicht die EZB bereits seit März 2016 zu einem Zins von Null Prozent aus. Daran hat sich auch nach der Ratssitzung in Wien nichts geändert. Das Volumen der von der EZB monatlich angekauften Staatsanleihen beläuft sich aktuell auf 80 Milliarden Euro. Da Staatsanleihen auf dem Markt langsam rar werden, will sich die Europäische Zentralbank beginnend ab Juni 2016 auch bei Unternehmensanleihen bedienen.

Welche Trends bei den EZB-Leitzinsen sind derzeit absehbar?

Analysten gehen derzeit davon aus, dass die momentan steigenden Ölpreise die Inflation wieder ankurbeln werden. Aktuell liegt die Inflationsrate bei minus 0,1 Prozent. Nach den Schätzungen der Experten dürfte sie zum Jahresende 2016 wieder bei knapp einem Prozent liegen. Da der Zielwert jedoch zwei Prozent beträgt, ist mit einer deutlichen Lockerung der Zins- und Einkaufspolitik der EZB auch dann noch nicht zu rechnen. Für die Sparer bedeutet das, dass es für Tagesgeld und Festgeld weiterhin lediglich Minizinsen geben wird. Lukrative Angebote dürften sich nur bei Festgeld mit langer Bindung geben. Die Banken müssen sich nach anderen Einnahmequellen umschauen. Einige Bankenketten bedienen sich deshalb bei den Kunden bereits mit spürbar gestiegenen Kontoführungsgebühren oder denken sogar über Strafzinsen auf die Guthaben ihrer Kunden nach.

Quelle: Reuters