0 Prozent Zinsen: Düstere Zeiten für Sparer

Die Nullzinspolitik der EZB macht Schule – auch bei immer mehr Banken. Im Euroraum wurden die Leitzinsen auf 0,00 Prozent gesenkt – und diese Zinsen gewähren jetzt auch immer mehr Banken auf ihre Tagesgeldkonten. Fest- und Tagesgeld ist kaum noch verzinst, die „besten“ Angebote bieten gerade einmal ein Prozent Zinsen. Langfristig werden Banken ihre Dienstleistungen mit immer höheren Gebühren belasten, sind sich Experten sicher, um so den Negativzins, bei dem Sparer für ihre Geldanlage noch zahlen müssen, möglichst lange zu vermeiden. Um die besten Zinsangebote am Markt auszuschöpfen, bleibt Anlegern das Zinshopping wohl nicht erspart.

Zinsen sinken massiv ab

Doch auch beim Vergleich der Tagesgeldkonten gibt es immer weniger Anbieter, die überhaupt noch etwas fürs Geld bieten. Das Vergleichsportal Verivox hat mittlerweile bei 157 Banken einen Zinssatz von 0,00 Prozent fürs Tagesgeldkonto entdeckt. Täglich werden die Angebote von mehr als 800 Banken verglichen, wobei eine Anlagesumme von 10.000 Euro zugrunde gelegt wird. Der durchschnittliche Zinssatz ist mittlerweile auf 0,06 Prozent abgefallen. Bei den besten Anbietern gibt es noch ein Prozent Zinsen. Doch nach der letzten Senkung des Leitzinses sinken die Zinsen für Sparer auf breiter Front.

Wie gehen Sparer am besten vor?

Die Experten raten Sparern dazu, drei bis fünf Monatseinkommen bei einem der Top-Anbieter fürs Tagesgeld zu lagern. Bei einer Anlage von 10.000 Euro gibt es damit immerhin 90 Euro mehr Zinsen als bei einer durchschnittlich verzinsten Tagesgeldanlage.

Außerdem sollten weitere Vermögenswerte fest angelegt werden. Festgelder mit bis zu zwei Jahren Laufzeit werden hier empfohlen. Sie werfen immerhin noch Zinsen bis zu 1,15 Prozent ab. Lediglich die Flexibilität geht dabei verloren, denn Sparer kommen vor Ablauf der Laufzeit nicht an ihr Geld. Das wäre dann fatal, wenn die Zinsen plötzlich drastisch steigen. Davon ist jedoch mittelfristig nicht auszugehen, sind sich die Experten einig.

Quelle: awi