Alltagsmagazin.de

News und Tipps aus allen Lebensbereichen

Bausparkassen verzichten auf Einlagensicherung

Bausparer aufgepasst: Ab Ende Februar 2017 stellen insgesamt zehn private Bausparkassen ihren Einlagensicherungsfonds ein. Grund dafür sind zwingende Sparmaßnahmen aufgrund der Niedrigzinsen. Gut 20.000 Bausparverträge sind davon betroffen.

Bausparkassen: Ausfälle nur noch bis 100.000 Euro abgesichert

Das bei den Bausparkassen angesparte Geld ist dann nur noch bis zur gesetzlichen Sicherungsgrenze von 100.000 Euro abgesichert. Zu den zehn Instituten gehören auch große und bekannte Bausparkassen, wie BHW und Wüstenrot. Sie stellen den Bausparkassen-Einlagensicherungsfonds (BESF), der seit 1991 besteht, zu Ende Februar 2017 ein, erklärte ein Sprecher des Verbandes der privaten Bausparkassen am Dienstag in Berlin. Für Bausparer gilt dann: Einlagen sind nur noch bis 100.000 Euro abgesichert.

Ziel der Bausparkassen ist es, Gelder einzusparen, denn die anhaltenden Niedrigzinsen machen auch den Bausparkassen zu schaffen. Zudem haben sich die Anforderungen für die Einlagensicherung deutlich verschärft, was zu erheblichen zusätzlichen Aufwänden geführt hat.

Nur wenige Bausparer betroffen?

Die Bausparkassen erklärten allerdings, dass „nur“ 19.000 Bausparverträge von den Änderungen tatsächlich betroffen seien. Das seien gerade einmal 0,2 Prozent des bundesweiten Bestandes. Die rund neun Millionen Verträge, die bei den privaten Bausparkassen abgeschlossen wurden, belaufen sich im Schnitt auf lediglich 40.000 Euro. Die Ansparsummen darauf liegen deutlich darunter.

Betroffene Verträge mit mehr als 100.000 Euro Ansparsumme seien vor allem von Großinvestoren gekauft worden, etwa Versicherungen, die die Bausparverträge als Kapitalanlage gekauft hatten. Ihnen rät der Verband der privaten Bausparkassen, die Gelder künftig auf mehrere Bausparkassen zu verteilen. So seien diese Gelder auch weiterhin problemlos abgesichert.

Der BESF wurde 1991 gegründet. Damals gab es noch keine gesetzlichen Regelungen zur Einlagensicherung in Deutschland. Allerdings musste der BESF bis heute noch nie zahlen. Dem BESF gehören alle deutschen Bausparkassen an. Einzige Ausnahme bilden die Deutsche Bank Bauspar und der Branchenprimus Schwäbisch Hall. Kunden von Schwäbisch Hall sind allerdings ebenfalls abgesichert, und zwar über das Sicherungssystem der genossenschaftlichen Banken. Bei den Landesbausparkassen (LBS) gilt die Institutssicherung des öffentlichen Bankensektors.

Quelle: Reuters