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EZB beginnt mit dem Kauf von Staatsanleihen

Der massive Ankauf von Staatsanleihen wurde von der EZB bereits vor einiger Zeit angekündigt. Er soll im März 2015 beginnen und ein Gesamtvolumen von 60 Milliarden Euro erreichen. Das Ziel der EZB bei dieser Maßnahme ist, die Investitions- und Konsumbereitschaft durch niedrigere Kreditzinsen zu forcieren. Dadurch soll die Konjunktur angeheizt werden, die in einigen Ländern der Europäischen Union noch kräftig schwächelt.

EZB kassiert Kritik für die Ankäufe der Staatsanleihen

Die Kritiker gehen davon aus, dass der Plan der EZB nicht aufgehen wird. Sie verweisen dabei auf die Tatsache, dass die EZB in ähnlicher Weise bereits eine Billion Euro als Unterstützung für die Ausreichung von Krediten an die Banken in Europa gegeben hat. Doch die Banken geben die Gelder nicht als Kredite heraus, sondern investieren lieber in den Aktienmarkt, weil dort höhere Gewinne als bei der Ausreichung als Kredite zu erzielen sind. Andere Kritiker werfen der EZB vor, dass der Umfang der geplanten Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur zu gering wäre. Sie vergleichen die Aktivitäten der EZB mit der amerikanischen Notenbank Fed, die in ähnliche Maßnahmen immerhin fast 3,5 Billionen Dollar investiert hat. Eine andere Gruppe von Kritikern wirft der EZB vor, dass der Haftungsumfang der EZB im Vergleich zum Ankauf von Staatsanleihen durch nationale Notenbanken zu gering ist.

Mario Draghi ist von der Wirksamkeit seiner Maßnahmen überzeugt

Mario Draghi, der Chef der EZB, hält die Ankäufe der Staatsanleihen für eine unverzichtbare Maßnahme, zu der es derzeit keine Alternative gibt. Draghi hat dabei vor allem die Preisentwicklung innerhalb der Europäischen Union im Blick. Die Inflationsrate liegt in einigen Ländern weit von der Zielvorgabe von zwei Prozent entfernt. Dazu gehört auch Deutschland, wo im Dezember 2014 ein Minus von 0,2 Prozent und im Januar 2015 ein Minus von 0,6 Prozent zu verzeichnen war. Auch das geringe Wirtschaftswachstum innerhalb der Europäischen Union reicht Mario Draghi nicht aus. Der Spitzenwert ist mit 1,1 Prozent in Estland zu verzeichnen. Spanien und Deutschland teilen sich mit 0,7 Prozent den zweiten Rang. Frankreich schaffte 2014 gerade einmal ein Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent. Mario Draghi ist sich seines Erfolgs deshalb sicher, weil es bereits erste Anzeichen gibt, dass seine Zielstellung zumindest teilweise erreicht werden könnte. So haben beispielsweise in Erwartung der durch die Anleihenkäufe indizierten Geldschwemme die Zinsen für gewerbliche und private Kredite bereits gesenkt.

Quelle: n-tv