EU will wieder in der Kategorie Supercomputer mitmischen

In jüngster Zeit fällt auf, dass neben Japan auch China immer wieder gute Positionierungen in der weltweiten Liste der leistungsstärksten Supercomputer erreicht. Das möchte die Europäische Union nun ändern. Sie will ebenfalls wieder auf den Spitzenplätzen mitmischen und lässt sich das Ganze gemeinsam mit den Mitgliedsländern rund eine Milliarde Euro kosten.

Geplant ist ein Netzwerk aus mehreren Exemplaren der Superrechner. Das Netzwerk soll im Jahr 2023 in Betrieb genommen werden und eine Leistung von einer Trillion Rechenoperationen pro Sekunde bieten. Um bis dahin nicht auf Superrechner aus Ländern angewiesen zu sein, die nicht zur EU gehören, sollen zwei nicht ganz so leistungsstarke Superrechner als Interimslösung genutzt werden. Das bestätigten die Pressesprecher der EU-Kommission in einem Pressestatement am 11. Januar 2018.

Wofür werden Supercomputer benötigt?

Ein wichtiger Schwerpunkt der Nutzung der Supercomputer sind Klimamodelle sowie die Vorhersage von Vulkanausbrüchen und Erdbeben. In der Medizin können epidemiologische Forschungen betrieben werden. Außerdem sind extrem leistungsstarke Rechner zur Prognose des Wasser- und Energiebedarfs sowie die Steuerung der entsprechenden Leistung der Versorger notwendig. Vor allem dieser Aspekt macht den Mitgliedern der EU-Kommission zu schaffen, denn wenn die Europäische Union auf die Rechner in Drittländern angewiesen ist, macht sie sich von den Betreiberländern der Rechner abhängig und angreifbar.

Wo stehen aktuell die besten Supercomputer?

China ist mit den Modellen „Sunway“ und „Tianhe 2“ gleich doppelt in der Liste der Top 5 der weltweit aktiven Supercomputer vertreten. Auf dem dritten Rang findet sich der „Piz Daint“ mit Standort in der Schweiz. Doch er weist gegenüber den chinesischen Modellen einen deutlichen Leistungsabfall auf. „Piz Daint“ schafft 19.590 TeraFLOPS, während es „Sunway“ auf stolze 93.014 TeraFLOPS bringt. Auf den Plätzen 4 und 5 liegen die Hochleistungsrechner „Titan“ und „Sequoia“, die beide in den USA (Kalifornien und Tennessee) angesiedelt sind. Der beste Superrechner in Deutschland trägt den Namen „Hazel Hen“ und steht in Stuttgart. Bei ihm schlägt eine Rechenleistung von 5.640 PetaFLOPS zu Buche.

Quelle: dpa