Erntebilanz 2019: Trockener Frühsommer mit negativen Folgen

Nach den Angaben des Deutschen Bauernverbands fällt die Erntebilanz 2019 weniger gut aus. Bereits im Jahr 2018 hatte es massive Ernteausfälle gegeben.

Ganz so extrem schlecht wie im Vorjahr ist die Erntebilanz 2019 nicht, dennoch kann sie mit den Durchschnittswerten der Jahre 2013 bis 2018 nicht mithalten. Auffällig sind im aktuellen Jahr vor allem die deutlichen regionalen Unterschiede. Sie sind der ungleichmäßigen Verteilung der Niederschläge im ersten Halbjahr geschuldet.

Welche genauen Werte weist die Erntebilanz 2019 aus?

In den fünf Jahren vor 2018 lag der Schnitt bei der Getreideernte pro Hektar bei 7,5 Tonnen. Dieser Ernteumfang wurde mit rund 7,0 Tonnen Getreide pro Hektar im Jahr 2019 nicht erreicht. Hochgerechnet auf die bundesweite Anbaufläche fehlt 2019 ein Getreideertrag von etwa 3,2 Millionen Tonnen. Das heißt, die Getreideernte von insgesamt 45 Millionen Tonnen fiel im Vergleich zu der Zeit von 2013 bis 2017 um rund sechs Prozent schlechter aus. Im langjährigen Mittel konnten die Landwirte vor dem Dürrejahr 2018 rund 7,35 Tonnen Winterweizen pro Hektar einfahren. In diesem Jahr lag die durchschnittliche Ernte bei 7,1 Tonnen pro Hektar. Bei Wintergerste, Winterroggen und Sommergerste sieht die Erntebilanz 2019 etwas besser aus. Hier wurde die langjährige Durchschnittsmenge bei den Gesamternteerträgen der Bundesrepublik erreicht. Der Grund dafür ist eine erhebliche Erweiterung der Anbauflächen. Kritisch sieht es beim Winterraps aus. Bei Winterraps trafen zwei Faktoren zusammen. Einerseits wurde die Anbaufläche massiv verkleinert, weil sich eine Aussaat aufgrund der Trockenheit 2018 nicht gelohnt hätte. Andererseits kämpften die Landwirte beim Winterraps mit einem überdurchschnittlich intensiven Schädlingsbefall. Im Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt fehlen bei der Winterrapsernte in diesem Jahr nach den Angaben des Bauernverbands 47 Prozent.

Ursachen und Auswirkungen der schlechten Erntebilanz 2019

Der Hauptgrund für die schlechte Erntebilanz ist das Wettergeschehen. Im Winter 2018/2019 fielen in großen Teilen von Bayern und Baden-Württemberg Niederschläge deutlich über dem Durschnitt vor der Jahrtausendwende. Sie glichen zumindest einen Teil der im Sommer 2018 fehlenden Niederschläge aus. Der Norden und Osten Deutschlands verzeichnete dagegen Normalwerte und konnte das Defizit nicht ausgleichen. Diese Regionen plagten sich bereits im Frühjahr 2019 bereits wieder mit erheblichen Niederschlagsdefiziten. Besonders betroffen waren mit Ausnahme der südlichen Teile von Westsachsen und Thüringen alle fünf östlichen Bundesländer sowie Niedersachsen.

Die Landwirte stehen 2019 nicht nur wegen der unterdurchschnittlichen Ernten unter Druck. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Preise für landwirtschaftliche Produkte in der Europäischen Union auf einem niedrigen Niveau sind. Die Ernteverluste in einigen Ländern werden in der Europäischen Union durch gute Ernten in anderen Ländern vollständig ausgeglichen. Weltweit ist die Lage allerdings etwas anders. Bei Mais unterschreitet die Erntemenge nach den Angaben des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums bereits das dritte Jahr in Folge die errechneten Bedarfsmengen. Bei Weizen gibt es einen minimalen Überschuss bei den Lagerbeständen. Er resultiert aus guten Ernten vor dem Jahr 2018.

Quelle: Deutscher Bauernverband