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Einschränkungen für Kreuzfahrtschiffe in Bergen

Geheimtipps bleiben in Reiseberichten besonders wertvoll, dennoch wird schnell aus einem einstigen Geheimtipp ein überlaufenes Paradies, wodurch viel der einstigen Schönheit eines Ortes zerstört wird. Dabei gelten Kreuzfahrten als besonders problematisch, da sie gleich ganze Heerscharen von Besuchern an bestimmte Orte bringen.

Deshalb hat die norwegische Hafenstadt Bergen jetzt die Zahl der Kreuzfahrtschiffe, die gleichzeitig dort anlegen dürfen, beschränkt. Mit dieser Entscheidung folgt Bergen einem Trend, der sich in letzter Zeit entwickelt hat. Insbesondere kleine Orte, die früher als exklusiv galten, und berühmte Orte am Meer, die längst völlig überlaufen sind, leiden immer stärker unter den vielen Touristen der Kreuzfahrtschiffe.

Einschränkung der Kreuzfahrtschiffe nicht nur in Bergen

Die Kritik an diesen hohen Besucherzahlen wächst seit geraumer Zeit kontinuierlich. Und so hat auch schon die Stadt Dubrovnik in Kroatien die Zahl der gleichzeitig anlegenden Kreuzfahrtschiffe begrenzt. In Venedig wird eine solche Einschränkung zumindest diskutiert, ebenso wie in vielen anderen Orten der Welt.

Problematisch an den Kreuzfahrt-Besuchern ist, dass sie die Orte mit ihrem Ansturm zwar belasten, ihnen aber kaum etwas bringen. Denn sie übernachten nicht vor Ort und nehmen auch in den seltensten Fällen größere Mahlzeiten zu sich. Für beides ist auf dem Kreuzfahrtschiff gesorgt und so fehlt das Geld der Touristen, die aber dennoch über Stunden die oft engen Altstädte verstopfen.

Hinzu kommt das nicht unerhebliche Maß an Umweltbelastungen und die Kritik an den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung der Crew auf Kreuzfahrtschiffen sorgt ebenfalls für einen faden Beigeschmack. Seit Jahren schon steigen trotzdem die Zahlen der Reisenden mit Kreuzfahrtschiffen. Mittlerweile schippern mehr als zwei Millionen Deutsche während ihres Jahresurlaubs auf einem solchen Schiff.

Die Städte, die häufig angelaufen werden, beklagen sich aber nicht nur über den Besucheransturm, sondern empfinden diesen auch als Zumutung für die Anwohner. In einigen Städten, wie etwa Valetta auf Malta, Havanna, Barcelona oder auf Inseln, wie Santorin, kommt das städtische Leben oft über Stunden zum Erliegen.

Wirkliche Erleichterung bringt Einschränkung der Kreuzfahrtschiffe kaum

In Norwegen hat sich jetzt die Hafenstadt Bergen entschlossen, zumindest Einschränkungen beim Besucheransturm zu veranlassen. Allerdings rechnen Experten nicht damit, dass dies zu einer echten Erleichterung führt. Bisher wurde Bergen täglich von vier Schiffen mit bis zu 9.000 Gästen angesteuert, künftig sollen nur noch drei Schiffe mit maximal 8.000 Gästen erlaubt sein.

Ein entsprechender Beschluss wurde vor kurzem vom Stadtrat gefasst, eine Gesetzesänderung ist geplant, wie eine Sprecherin von Visit Norway bestätigte. Sie verwies dabei auf Angaben des Hafens in Bergen. Bereits ab dem kommenden Sommer soll die Begrenzung der Kreuzfahrtschiffe gelten.

Quelle: dpa