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Deutsche Postcode Lotterie fördert Umweltaktivisten von Sea Shepherd

Weltkugel mit Baum

Rund 10 Milliarden Euro haben die vier Länder bisher insgesamt für Umweltschutzprojekte gespendet, in denen die Postcode Lotterie angeboten wird.

In der Liste der neuesten Förderprojekte der Deutschen Postcode Lotterie findet sich seit Oktober 2020 eine Aktion der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd, die wegen der Coronakrise im Frühjahr 2020 abgebrochen werden musste. Dafür hatten die Umweltaktivisten bereits einen Förderantrag gestellt, der allerdings wegen des Abbruchs nicht berücksichtigt wurde. Nun dienen die Förderungen der Fortsetzung der abgebrochenen Aktion im Jahr 2021.

Wofür wird Sea Shepherd den Zuschuss der Deutschen Postcode Lotterie ausgeben?

Die Überraschung ist gelungen, denn mit dem Scheck über 100.000 Euro hatte bei Sea Shepherd niemand gerechnet. Er wurde von Katharina Witt übergeben, nachdem die Umweltschützer glaubten, wegen eines Interviews zu ihren neuesten Plänen nach Berlin zu reisen. Das Geld fließt vollständig in die Baltic Sea Campaign. In dieser Kampagne ziehen die Boote samt Crews los, um den Lebensraum der Tiere in der Ostsee vor zahlreichen Bedrohungen zu schützen. Ein Ziel besteht in der Verhinderung der illegalen Fischerei in der Ostsee. Parallel sammeln die Crews die sogenannten Geisternetze ein. Das sind von den Fischkuttern und Trawlern verlorene Netze, die nun herrenlos in der Ostsee treiben und vor allem die drastisch schwindenden Schweinswalbestände in der Ostsee bedrohen. Auch die Befreiung der Ostseestrände beispielsweise von Plastikmüll gehört zu den Zielen der 2021er Baltic Sea Campaign.

Der Artenschutz in der Ostsee lässt sich nicht mehr aufschieben

Mitglieder von Sea Shepherd Deutschland verweisen zutreffend auf den „alarmierenden Zustand“ der Ostsee. Die Hauptprobleme sind Verschmutzungen, Überfischung und die Folgen von unerwünschten Nährstoffeintragungen insbesondere aus der Landwirtschaft. Wie umfangreich sie ausfallen können, beweisen zum Beispiel Satellitenaufnahmen von der Ausbreitung der Algenblüte im Kaspischen Meer. Der in Fachkreisen Eutrophierung genannte Nährstoffeintrag verursacht auch in der Ostsee bereits eine signifikante Reduzierung des Sauerstoffgehalts des Tiefenwassers. Die Aktivisten von Sea Shepherd verweisen außerdem auf Daten aus dem 2020er Bericht des Bundesumweltministeriums zur Lage der Natur. Er zeigt gravierende Folgen für die Flora und Fauna der Ostsee durch einen „steigenden Nutzungsdruck in den Meeren und an den Küsten“. In der Ostsee verschlechtern sich vor allem die Lebensbedingungen im Bereich der Ufer und der überspülten Sandbänke.

Quelle: Sea Shepherd, Bundesumweltministerium