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Der Egergraben: Ein geologisches Risikogebiet auch für Deutschland

Viele Menschen wundern sich, dass es auch in Deutschland immer wieder Erdbeben gibt. Eine der geologischen Risikozonen ist der Egergraben, der sich in Tschechien bis dicht an die Grenze zu Deutschland erstreckt.

Der Egergraben ist im Vergleich zu den Grenzen der großen tektonischen Platten eine winzige Verwerfungszone. Dennoch sollte sein Potential für Erdbeben nicht unterschätzt werden, denn dort schlummern auch Vulkane, die noch nicht als gänzlich erloschen gelten.

Warum muss der Egergraben intensiv beobachtet werden?

Geologisch ist der Egergraben in das Europäische Känozoische Riftsystem einzuordnen. Er verläuft in Tschechien ziemlich parallel zu den Bergkämmen des Erzgebirges. Das ist der Tatsache geschuldet, dass sich diese Bruchzone im Zusammenhang mit der Entstehung des Erzgebirges gebildet hat. Während sich der Bereich des Egergrabens senkte, hob sich die angrenzende Scholle an. Eine Folge ist die Litomerice-Störung.

Durch die Bewegungen der Erdmassen wurde das Aufsteigen von Magma aus den tieferen Erdschichten möglich. Deshalb gab es vor mehreren Millionen Jahren am Egergraben mehrere aktive Vulkane. Die von ihnen ausgehenden Gefahren bestehen auch heute noch. Das zeigen Temperaturmessungen, die stellenweise einen Anstieg der Temperatur von bis zu 5,5 Grad Celsius je hundert Meter Tiefe belegen. Über andere Messungen konnten große Magmakammern unter der Region nachgewiesen werden. Auch die zahlreichen Thermalquellen, die stellenweise Wasser mit einer Temperatur von mehr als 70 Grad Celsius an die Erdoberfläche befördern, deuten darauf hin, dass die Vulkane in Tschechien nicht als dauerhaft erloschen betrachtet werden können.

Was genau verursacht die regelmäßigen Erdbeben am Egergraben?

Die geologischen Verschiebungen in der Region verlaufen zwar mittlerweile sehr langsam, sind aber längst nicht beendet. Entlang der Verwerfung bauen sich immer wieder Spannungen auf, die sich in kleineren Erdbeben entladen. Typisch für diese Region sind die sogenannten Schwarmbeben. Aber auch einzelne Erdstöße treten hier häufig auf. Ihre Ursache findet sich im vulkanischen Untergrund. Kommt Wasser mit dem heißen Magma in Kontakt, bilden sich explosionsartig Dampfblasen. Sie steigen auf und verursachen die einzelnen Erschütterungen. Die bisher letzten Erdbeben wurden im Mai 2018 rund um den Egergraben registriert. Sie hatten eine Stärke von 3,3 auf der nach oben offenen Richter-Skala.

Quelle: Deutsches Geoforschungszentrum Potsdam