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Coronavirus: Was sind die wichtigsten Ansteckungsorte?

Ampullen mit Blutproben

Machen die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus beim Blick auf die wichtigsten Ansteckungsorte Sinn? Die Bundesregierung bezieht Stellung.

Die Omikron-Welle ist nur in den Griff zu bekommen, wenn die beim Coronavirus bedeutendsten Ansteckungsorte wirksam ausgeschaltet oder zumindest massiv beschränkt werden. Seit Beginn der Coronakrise üben die Oppositionsparteien deshalb mit steter Regelmäßigkeit Kritik, wobei die Motivationslage sehr unterschiedlich ist. Der einen Seite reichen die Beschränkungen nicht aus, während eine andere Gruppe am liebsten sämtliche Schutzmaßnahmen mit sofortiger Wirkung vollständig aufheben würde. Dabei stellt sich die Frage nach der Faktenlage.

Konkrete Ansteckungsorte lassen sich oft nicht ermitteln

Die Bundesregierung verweist in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von AfD-Bundestagsabgeordneten auf die vom RKI veröffentlichten Daten. Dort fällt ein Punkt sofort auf. Bei der Mehrheit der gemeldeten Fälle lässt sich der Ansteckungsort nicht genau ermitteln. Betroffen waren nach den Daten im RKI-Bericht vom 6. Januar 2022 in der Kalenderwoche 52/2021 mehr als 198.000 Fälle. In der Zeit davor waren es 184.592 Fälle (KW 51/2021) und 258.498 Fälle (KW 50/2021). Ein Grund dafür ist die Überlastung der Gesundheitsämter, die den im Dezember drastisch gestiegenen Fallzahlen nicht mehr gewachsen waren. Zudem sind auch die von der Corona-Warn-App gelieferten Daten nicht immer aussagekräftig genug, um die Quelle einer Infektion eindeutig ausmachen zu können.

Ansteckungsorte mit dem Coronavirus: Wie ist die Verteilung?

Nehmen wir als Beispiel die detaillierten RKI-Daten aus der Kalenderwoche 50/2021. Von den Fällen, in denen ein Ansteckungsort ausfindig gemacht werden konnte, entfiel mit 6.397 Fällen die Mehrheit auf Kontakte in privaten Haushalten. Auf dem zweiten Rang landeten mit 2001 Fällen Ansteckungen in Ausbildungseinrichtungen. 1312 Menschen steckten sich in Altenheimen und Pflegeheimen an. 1230 Fälle waren auf Kindergärten und Schulhorte als Ansteckungsorte zurückzuführen. Die Maßnahmen im Umfeld des Arbeitsplatzes zeigen Wirkung, denn in der KW 50/2021 lag der Anteil der Ansteckungen am Arbeitsplatz bei 386 Fällen. In der Kalenderwoche 51/2021 war die Verteilung ähnlich. Die Daten der Kalenderwoche 52/2021 sind nicht aussagekräftig, weil sie durch Schulferien sowie die Schließungen von Kindertagesstätten und Betrieben in der Zeit von Weihnachten bis zum Jahreswechsel Verzerrungen aufweisen.

Zahlen belegen größtenteils die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen

Die Beschränkungen bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zahlen sich aus, denn diese konnten in der KW 50/2021 lediglich in 11 Fällen als Ansteckungsorte ausfindig gemacht werden. Die Einschränkungen in der Gastronomie (so schlimm sie für die Gastronomen auch sind) zeigen ebenfalls Erfolge, denn im gleichen Zeitraum gingen nur 32 zurückverfolgte Infektionen auf das Konto von Ansteckungen in Speisegaststätten. In Arztpraxen steckten sich 25 Menschen an. In den Krankenhäusern als Ansteckungsort lag die Zahl bei 283 Fällen. Die Freizeitgestaltung wurde in 194 Fällen als Ursprung einer Ansteckung ausgemacht. Trotz der hohen Zahl der nicht zurückverfolgbaren Ansteckungen zeigt die Verteilung, dass es durchaus sinnvoll erscheint, zur Eindämmung der Omikron-Welle einige Bereiche des Lebens stärker als andere Bereiche einzuschränken.

Quelle: RKI, Deutscher Bundestag Drucksache 20/231