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Coronavirus-Krise schädigt Unterhaltungsbranche nachhaltig

Schriftzug Statistik

Inzwischen sind erste wirtschaftliche Auswirkungen der Coronavirus-Krise in konkreten Zahlen messbar. Das belegen Erhebungen von OPUSData, S & P sowie der MPAA.

Die Unterhaltungsbranche fuhr in den ersten Monaten des Jahres 2020 massive Verluste durch die Folgen der Coronavirus-Krise ein. Ein Ende ist nicht abzusehen. Dafür sorgen die Anordnungen für Geschäftsschließungen und die Ausgangsbeschränkungen in immer mehr Ländern. Doch die Zahlen vom Januar und Februar 2020 liefern erste Anhaltspunkte, wie gigantisch die Verluste am Ende ausfallen könnten.

Komplettausfall der Einnahmen der Unterhaltungsbranche in China

Nach den Zahlen der oben genannten Institute und Organisationen sind in den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 in China rund 96 Prozent der Einnahmen der Unterhaltungsbranche ausgefallen. Die Zahlen von März 2020 werden noch katastrophaler ausfallen, denn dann belaufen sich die Ausfälle durch die Schließung aller rund 70.000 Kinos in China auf 100 Prozent. Doch das ist nur der Anfang einer ganzen Kette. Im gesamten asiatischen Raum sind für den Januar und Februar 2020 Einnahmenausfälle von 85 Prozent ermittelt worden. Sogar in Südkorea, wo die Kinos im Februar noch nicht geschlossen waren, sanken die Einnahmen um rund 59 Prozent. Auch in Japan brachen die Umsätze um 41 Prozent ein. Abschließende Zahlen für März liegen noch nicht vor, aber Analysten befürchten einen Einbruch um 70 Prozent im Vergleich zum Monatsdurchschnitt 2019.

Ein Grund dafür ist, dass insgesamt 30 Filmpremieren verschoben wurden. Zahlreiche Titel werden nun im Jahr 2020 gar nicht mehr in die Kinos kommen. Bei Sony Pictures sind beispielsweise „Peter Rabbit 2“, „Morbius“ und „Ghostbusters: Afterlife“ betroffen. Der neue „Ghostbusters“-Streifen erscheint nach dem neuesten Terminplan nun genau wie „Morbius“ erst im März 2021. Die Premiere von „Peter Rabbit 2“ wird es im Januar 2021 geben. Diese Neuterminierungen ziehen weitere Verschiebungen nach sich. Der für März 2021 geplante Film „Unchartered“ mit Tom Holland startet nun erst im Oktober 2021. Für eine noch ohne Titel versehene Gemeinschaftsproduktion von Sony und Marvel, die im Oktober 2021 an den Start gehen sollte, gibt es derzeit noch gar keinen neuen Premierentermin.

Gibt es Hoffnung auf schnelle Normalität nach der Coronavirus-Krise?

Momentan bereiten den Studios weltweit auch die Daten Sorge, die in einer Studie in den USA erhoben wurden. Zwar ist die Studie mit nur 1.000 Probanden nicht repräsentativ, aber sie dürfte zumindest den Hinweis auf einen Trend liefern. In der von Performance Research durchgeführten Studie gaben 41 Prozent der Probanden an, dass sie auch nach dem Ende der Coronavirus-Krise deutlich weniger Events mit zahlreichen Menschen besuchen werden. 47 Prozent der Probanden gaben an, dass sie der Überzeugung sind, lange Zeit nach der Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen und Eventverbote noch Angst vor dem Besuch von Großveranstaltungen zu haben.
Hinsichtlich der Kinobesuche fällt die Prognose noch schlechter aus. 49 Prozent der befragten Verbraucher gaben an, erst viele Monate nach dem Ende der Corona-Pandemie oder vielleicht sogar nie wieder in ein Kino zu gehen. Die Studios, die nebenher Freizeitparks betreiben, trifft es gleich doppelt. Disney und Co. müssen sich darauf einstellen, dass mehr als die Hälfte der Befragten mit dem Gedanken spielt, aus Angst nie wieder einen Freizeitpark zu besuchen. Betreiber von Sportstätten unter freiem Himmel und Zoologischen Gärten haben bessere Aussichten. Zwischen 55 und 64 Prozent der Probanden gaben an, solche Locations sehr schnell nach der Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen wieder aufsuchen zu wollen.

Quelle: Performance Research, S & P, OPUSData, MPAA, KOFIC