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Google gibt in der Corona-Krise Bewegungsdaten heraus: Was ist wissenswert?

einfache Weltkarte

Weltweit mehrt sich die Zahl der Unternehmen, die direkt an der Bekämpfung der Corona-Krise mitwirken wollen. In diesem Rahmen stellt Google Bewegungsdaten seiner Nutzer zur Verfügung.

Die Nachricht der Herausgabe von Bewegungsdaten durch Google sorgte stellenweise für Verunsicherung. Es gibt einige Menschen, die befürchten, dass das ein erster Schritt zu einer totalen Überwachung sein könnte. Diese Befürchtung ist nicht notwendig. Fakt ist, dass genau diese Daten für Prognosen der weiteren Entwicklung der Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen unverzichtbar sind. Diese Prognosen und Hochrechnungen sind die Basis der Risikobewertungen und Kapazitätsplanung der Kliniken sowie der Entscheidungen über die Aufrechterhaltung oder Lockerung von Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus.

Welche Daten gibt Google zur Bewältigung der Corona-Krise konkret heraus?

Konkret geht es um die GPS-Daten der Handys mit dem Betriebssystem Android und die Herkunft der Anfragen bei der Suchmaschine Google quer durch alle Gerätearten. Anhand dieser Daten kann Google erkennen, wo sich die Nutzer aufhalten. Selbstverständlich gibt Google keine Daten einzelner Nutzer weiter. Aus den erhobenen Daten lassen sich anonymisierte Statistiken ableiten, die Google „COVID-19 Community Mobile Reports“ nennt. Diese Reports stehen aktuell weltweit für 131 Länder zur Verfügung. In den USA können die Behörden Reports nutzen, die bis in die Ebene der einzelnen Countys (vergleichbar mit den Kreisen in Deutschland) reichen.

Diese Reports zeigen, wie sich die Mobilität der Nutzer beispielsweise durch Ausgangs- und Kontaktsperren verändert. Der Vorteil dieser Daten liegt in der Aktualität, denn sie stehen schon nach etwa zwei Tagen bereit. Aus den Google-Daten geht beispielsweise hervor, dass die Zahl der Aufenthalte der Nutzer in Apotheken und Supermärkten in Deutschland um etwa die Hälfte verringert hat. Noch deutlicher fällt der Rückgang mit 68 Prozent bei den Aufenthalten in Bahnhöhen und öffentlichen Nahverkehrsmitteln im Vergleich zu normalen Zeiten vor dem Beginn der Coronavirus-Krise aus.

Google hat direkte Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft angekündigt

Im Vergleich des Verhaltens der Unternehmen in den USA und Europa fällt ein erheblicher Unterschied auf. In Übersee haben zahlreiche Unternehmen, welche direkt von den Auswirkungen der Coronavirus-Krise profitieren, Gelder für Hilfsfonds zur Verfügung gestellt. Dazu gehören beispielsweise der Streamingdienst Netflix. Amazon nahm massenhaft Inhalte für Kinder aus der Paywall. Disney senkte die Gebühren für den hauseigenen Streamingdienst. Google geht noch einen Schritt weiter und stellt insgesamt mehr als 800 Millionen Dollar für Hilfen bereit.

Davon entfallen 250 Millionen Dollar auf die kostenfreie Suchmaschinenwerbung für Behörden und Organisationen, die Unterstützung für die von der Coronavirus-Krise betroffenen Unternehmen und Haushalte anbieten. Weitere 200 Millionen Dollar sollen die Verbreitung der Informationen zu den staatlichen Hilfskrediten und Zuschüssen fördern. Für den Anschub der Wirtschaft nach der Lockerung des Shutdowns stockt Google die Zuschüsse für AdWords-Guthaben auf. Sie sollen im Jahr 2020 deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liegen. Google Mitarbeiter können jedes Jahr bestimmen, welche gemeinnützigen Organisationen eine Spende bekommen sollen. Dafür stand bisher pro Jahr und Mitarbeiter ein Betrag von 7.500 Dollar zur Verfügung. Dieser Spendenbetrag wurde für das Jahr 2020 auf 10.000 Dollar pro Mitarbeiter aufgestockt.

Quelle: Google Inside