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Coronavirus: Erste Kirchen sagen Gottesdienste ab

Kirche

Nach der Aufforderung der Bundeskanzlerin und der Virologen, möglichst alle sozialen Kontakte zu meiden, hat sich nun auch die Evangelische Kirche Mitteldeutschland zu Maßnahmen gegen das Coronavirus entschlossen.

Sämtliche Kirchgemeinden im Halle-Saalkreis wurden dazu aufgefordert, zumindest an den kommenden beiden Sonntagen auf den Gottesdienst zu verzichten, um zur Eindämmung des Coronavirus beizutragen. Das erklärte der Superintendent Hans-Jürgen Kant auf der offiziellen Website der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland. Er riet auch davon ab, beim Abendmahl einen gemeinsamen Kelch zu benutzen, sondern empfahl stattdessen die Verteilung von Brot. Die Kirchen selbst bleiben zugänglich und können von den Gläubigen für individuelle Gebete besucht werden. Ähnlich reagierte auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland. Er sprach sich dafür aus, vorerst in den nächsten beiden Wochen auf die Freitagsgebete in den Moscheen zu verzichten.

Besuchsverbote für Krankenhäuser und Altenheime ausgeweitet

Ein Beispiel ist der ASB. Dort wurde für alle Pflegeinrichtungen in Westsachsen ein Besuchsverbot verhängt. Auch andere Träger haben sich dieser Vorgehensweise bereits angeschlossen. Sie halten die wegfallenden persönlichen Kontakte zu Angehörigen im Vergleich zur Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus für das geringere Übel. Die Besuchsverbote erfolgten, nachdem mehrere Virologen dazu geraten hatten, die Besuche bei Eltern und Großeltern auch im privaten Rahmen auf das unvermeidbare Minimum zu beschränken. Wer Angehörige in einem Krankenhaus oder einem Kurheim besuchen möchte, sollte sich ebenfalls auf mögliche Einschränkungen einstellen. Das gilt genauso für Bibliotheken. Erste Bundesländer haben beschlossen, ihre Landesbibliotheken vorübergehend zu schließen.

Chemnitz geht zur Bekämpfung des Coronavirus einen Schritt weiter

Die sächsische Metropole ist die erste deutsche Stadt, die eine Schließung aller öffentlichen Einrichtungen angeordnet hat. Betroffen davon sind nicht nur die Stadthalle, das Theater und die Museen, sondern auch sämtliche Schwimmhallen und Turnhallen bleiben bis zum 13. April 2020 geschlossen. Eine Ausnahme gilt für die Sporthallen der Schulen, doch die Stadtverwaltung kündigte bereits an, dass sich die Eltern auf die Schließung aller Schulen und Kindertagesstätten vorbereiten sollen. Bis dahin sollen die Schulen zumindest alle außerschulischen Aktivitäten unterlassen. Sportclubs wurden von der Stadtverwaltung zur Einstellung des Trainingsbetriebs aufgefordert. In den Behörden gelten ab sofort Notfallpläne. Sie sollen sicherstellen, dass die wichtigsten Leistungen weiterhin angeboten werden können.

Inzwischen steigt die Zahl der Bundesländer, in denen flächendeckende Schließungen von Schulen angeordnet wurden. Am späten Vormittag entschloss sich auch Schleswig-Holstein zu dieser Maßnahme. Auch in Sachsen fordern immer mehr Bürgermeister die flächendeckende Aussetzung des Schulbetriebs. Marco Müller, der Bürgermeister von Riesa, zeichnete in seinem Statement vom 13. März 2020 diese Maßnahme wörtlich als „zwingend notwendig“.

Wichtiger Hinweis: Alle Informationen sind Stand 13. März 2020, 13:00 Uhr. Aufgrund der Dynamik der Situation können sie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits überholt sein. Wir können deshalb keine Gewähr für die Richtigkeit übernehmen.

Quelle: Stadtverwaltungen, EKDM