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Centralia Mine Fire: Fast sechs Jahrzehnte brennende Feuer

Weltkugel mit Baum

Die Centralia Mine Fire brachen Aufzeichnungen zufolge im Jahr 1962 aus. Bis heute ist es nicht gelungen, die unterirdischen Feuer in der Region vollständig zu löschen.

Auch sechs Jahrzehnte nach dem Start der Centralia Mine Fire sind sich die Wissenschaftler nicht ganz einig, was die Feuer damals ausgelöst hat. Doch seit der Jahrtausendwende und mehreren gescheiterten Löschversuchen vertreten immer mehr Experten die Meinung, dass die Feuer unter der einstigen Minenarbeiterstadt Centralia ohne erfolgreiches Eingreifen des Menschen noch etwa 250 Jahre brennen könnten.

Wie sind die Centralia Mine Fire entstanden?

Inzwischen vertreten die Experten drei verschiedene Meinungen zur möglichen Entstehung der Centralia Mine Fire. Eine Gruppe glaubt, dass die Stadtverwaltung damals die schon seit 1956 geltenden Vorschriften zur Absicherung der Müllverbrennung in den Restlöchern von Kohlegruben missachtet hat. Andere Wissenschaftler gehen von einer Selbstentzündung der noch im Boden vorhandenen Kohle durch die Folgen einer ungewöhnlichen Hitzewelle in der Region aus. Eine dritte Gruppe vertritt die Hypothese, dass ein durch Explosionen in der Bast-Mine entstandenes unterirdisches Feuer aus dem Jahr 1932 nie vollständig gelöscht wurde. Die sogenannte Bast-Theorie wird derzeit durch die lange Brenndauer der Centralia Mine Fire gepuscht. Allerdings sind 2007 Angaben von Zeugen aufgetaucht, die auf mangelhafte Vorsichtsmaßnahmen im Umfeld der Kohleflöze hindeuten.

Was macht das Löschen der Centralia Mine Fire so problematisch?

Ein unüberschaubares Risiko für die Bewohner der Region geht vom Kohlenmonoxid aus, das im Umfeld der unterirdischen Feuer austritt. Messwerte überstiegen bereits im August 1962 stellenweise die für den Menschen tödlichen Grenze. Daraufhin startete ein erstes Projekt zum Löschen der Centralia Mine Fire. Es scheiterte daran, dass die Ausführenden die schon vorhandene Ausbreitung der Feuer erheblich unterschätzt hatten. Nach der Aushebung von knapp 45.000 Kubikmetern Erde wurde der erste Versuch der Bekämpfung im Oktober 1962 von einer anderen Vorgehensweise abgelöst. Dabei wurden Löcher rund um den brennenden Bereich gebohrt. Er wurde mit einer Mischung aus Steingranulat und Wasser geflutet. Dabei stellten die Macher erneut fest, dass der brennende Bereich bereits deutlich größer war, als zu Beginn der Arbeiten geschätzt wurde. Seither wurden weitere Löschversuche gestartet, die jedoch durchweg nicht den gewünschten Erfolg brachten. Ein Hauptgrund dafür dürfte sein, dass sich die Feuer neuesten Erkenntnissen zufolge in eine Tiefe von bis zu 90 Metern vorgefressen haben.

Welche Gefahren gehen von den unterirdischen Feuern in Centralia aus?

Inzwischen wurden sämtliche Bewohner der Stadt vom Staat umgesiedelt. Im Fokus stand und steht dabei der Gesundheitsschutz. Nicht nur die Kohlenmonoxidwerte sind im Umfeld der Brände tödlich hoch, sondern auch die Kohlendioxidwerte sind sehr hoch. Hinzu kommt, dass auf dem ehemaligen Stadtgebiet extrem niedrige Sauerstoffwerte in der Luft gemessen werden. Zudem verursachen die Centralia Mine Fire immer wieder die Bildung sogenannter Dolinen. Das sind unterirdische Hohlräume, die sich spontan zur Erdoberfläche öffnen. Im Jahr 1982 sorgte eine 46 Meter tiefe Doline für großes Medieninteresse. Inzwischen haben die unterirdischen Feuer auch die Stadt Byrnesville erreicht. Sie existiert nach dem Abriss sämtlicher Gebäude nicht mehr. Bis heute gibt es keine Theorie zur Frage, wie die Brände der Kohleflöze komplett gelöscht werden könnten. Das macht die Centralia Mine Fire auch zu einem Umwelt- und Klimaproblem, denn niemand kann zuverlässig einschätzen, wie sich in Zukunft die davon verursachte Menge Treibhausgase entwickelt.
Quelle: ABC, CNN, US Centers of Disease Control and Prevention