
Seit einigen Tagen gibt es im Südosten der Halbinsel
Wie ist die aktuelle Lage in Grindavik?
Rund um den Reykjanes-Grat in Island gab es nach den offiziellen Angaben des Icelandic Met Office binnen 48 Stunden mehr als 3.200 Erdbeben. Davon hatten rund 350 Erdbeben eine Stärke von mehr als 3,0 auf der nach oben offenen Richter-Skala. Nach den neuesten Daten des United States Geological Survey (kurz USGS) hatten zahlreiche Beben am 10. und 11. November 2023 Stärken bis zu 5,0 auf der Richter-Skala. Der VONA-Warnstatus wurde am Freitag auf „Gelb“ und am Samstag auf „Orange“ erhöht.
Warum wurde vorsorglich der Notstand ausgerufen?
Besonders brisant ist die Tatsache, dass die derzeit beobachteten Verformungen eine Geschwindigkeit haben, die so auf der Halbinsel Reykjanes in Island noch nicht beobachtet wurde. Berechnungen, die anhand der über Satellitenaufnahmen ermittelten Verformungen basieren, weisen eine Zuflussmenge von rund 7 Kubikmeter Magma pro Sekunde aus. Dieser Wert liegt beim Vierfachen der Zuflussraten, die vor den letzten Ausbrüchen entlang des Reykjanes-Grats von den forschenden Geologen berechnet wurden. Das gab das Icelandic Met Office in einer aktuellen Auswertung am Samstag an. Die aufsteigende Magmablase scheint danach etwa 1,5 nördlich von Grindavik ihr Zentrum zu bilden.
Die Halbinsel Reykjanes ist ein Hotspot der Vulkane in Island
Vor allem der Bereich rund um den Fischerort Grindavik ist eine geologisch hochaktive Zone. Dort befindet sich nicht nur der Vulkan Gunnuhver, sondern auch ein Geothermiekraftwerk. Der Betrieb ist lohnenswert, denn schon in geringer Tiefe herrschen dort im Boden Temperaturen um die 300 Grad Celsius. Damit ist dieser Bereich die heißeste Region in Island. Vulkanische Aktivitäten gibt es dort nicht nur punktuell. Stattdessen reicht der gesamte Komplex bis ins Meer hinein. Er wird Reykjanes-Rücken genannt und liegt auf der Charlie-Gibbs-Bruchzone.
Quelle: Icelandic Met Office, Global Volcanism Program
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