Boom der Immobilienpreise in den USA geht zu Ende

Inzwischen haben sich die Signale verstärkt, dass die Immobilienpreise in den USA langsam sinken. Das geht aus den Marktdaten für das dritte Quartal 2019 hervor.

Die Verkaufspreise in New York City liefern üblicherweise erste Anzeichen für die künftige Entwicklung der Immobilienpreise in den USA. Dort fallen nicht nur die Preise, sondern es ist auch eine sinkende Tendenz bei den Umsätzen der Immobilienwirtschaft pro Tag zu verzeichnen.

Vor allem die Nachfrage nach Luxusimmobilien in New York sinkt

Aktuell fallen in New York zwei gegenläufige Trends auf. Seit Mai 2019 reduziert sich die Anzahl der verkauften hochpreisigen Immobilien kontinuierlich. Darunter fallen Objekte, für die ein Verkaufspreis von mindestens fünf Millionen Dollar aufgerufen wird. Seit Juli 2019 steigt die Nachfrage nach Objekten im unteren und mittleren Preissegment. Parallel zeigt sich eine Tendenz zur Erhaltung hoher Gesamtpreise. Wie das funktioniert, belegt ein Blick in die Exposés. Immer öfter bieten die Verkäufer umfangreiche und bisher nicht übliche Extras als Inklusive-Ausstattungen an. Um überhaupt verkaufen zu können, übernehmen die Anbieter Verkaufsnebenkosten wie Anwaltsgebühren und Steuern. Das heißt, es findet ein schleichender Preisverfall statt, der in die Statistiken gar nicht einfließt. Angesichts des Umfangs der Nebenangebote dürfte der tatsächliche Verfall der Immobilienpreise in den USA und in New York ziemlich umfangreich ausfallen als die 8,2 Prozent, die für New York City offiziell angegeben werden.

Warum reduzieren sich die Immobilienpreise in den USA?

Der amerikanische Immobilienmarkt hat über viele Jahre hinweg vom großen Interesse ausländischer Investoren profitiert. Schon seit einiger Zeit gibt es weniger Kaufinteressenten aus Russland. Sie sehen sich inzwischen in Europa und insbesondere auf dem deutschen Immobilienmarkt um, weil dort weitere Preissteigerungen zu erwarten sind. Jetzt deutet sich ein Nachlassen der Nachfrage von chinesischen Investoren an. Dabei spielen politische Unsicherheiten wie die Auswirkungen der Handels- und Zollauseinandersetzungen eine wichtige Rolle. Hinzu kommen Anzeichen für eine Konjunkturflaute in den USA. Das hat in New York City dazu geführt, dass im dritten Quartal 2019 rund 14,2 Prozent weniger Objekte als im Vergleichszeitraum des Vorjahres verkauft wurden.

Allerdings haben die aktuellen Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt eine weitere Ursache. Immer wieder fällt auf, dass Kaufinteressenten abgelehnt werden, auch wenn sie eine Top-Liquidität vorweisen können. Brancheninsider vermuten, dass die großen Verwaltungsgesellschaften Wertverluste durch häufige Nutzerwechsel befürchten. Solche Nutzerwechsel treten hauptsächlich beim Kauf der Immobilien als reine Geldanlage auf. Inzwischen gibt es sogar erste Klagen gegen diese Ablehnungspraxis.

Quelle: NY Times, Forbes