Blackout in Großbritannien inzwischen wieder behoben

Am 9. August 2019 erlebte Großbritannien einen der größten Blackouts der Geschichte des Landes. Zeitweise waren eine halbe Million Haushalte ohne Strom.

Der Blackout in Großbritannien begann am Freitag kurz von 17:00 Uhr Ortszeit und dauerte etwa zwei Stunden. Nach Aussagen der Betreiber des National Grid Electrical Systems waren zeitweise bis zu einer Million Menschen davon betroffen. Die Ursache scheint klar zu sein, trotzdem laufen umfangreiche Untersuchungen.

Was hat den Blackout in Großbritannien ausgelöst?

Derzeit gehen die Betreiber des britischen Hauptstromnetzes davon aus, dass der Ausfall von zwei Kraftwerken eine Kettenreaktion ausgelöst hat. Betroffen waren den aktuellen Erkenntnissen zufolge ein Windpark in der Nordsee und ein Gaskraftwerk in Cambridgeshire. Es sieht so aus, als ob es Lastspitzen gegeben hat, für welche die Kapazitätsreserven der Kraftwerke (insbesondere der Generatoren) nicht reichten. Durch den Ausfall der beiden Kraftwerke reduzierte sich die Taktfrequenz im gesamten Stromnetz, was den Komplettausfall bewirkte. Unmittelbar beim Ausfall der beiden Generatoren muss es kurzzeitig zu einer Überspannung gekommen sein. Das ist einem Hinweis des britischen Netzwerks der Eisenbahngesellschaften zu entnehmen. Danach hat die kurzzeitige Überspannung in großen Teilen des britischen Eisenbahnnetzes die Steuerungen der Signale lahmgelegt. Dadurch fielen ausgerechnet in der Hauptreisezeit der Berufspendler sämtliche Regionalverbindungen aus. In London gab es ein Verkehrschaos, weil auch die Ampeln durch den Blackout nicht funktionierten. In vielen Gebäuden gingen die Alarmanlagen los, weil die Ausfälle der stromabhängigen Sensoren als Einbruch fehlgedeutet wurden. Augenzeugen beschreiben die Situation „wie in einem apokalyptischen Hollywood-Film“.

Hat der Blackout in Großbritannien Konsequenzen?

Größere Blackouts hat es in Großbritannien schon mehrfach gegeben. Beispiele dafür finden sich in den Jahren 1987 und 2003. Der Blackout im Jahr 1987 war den Schäden geschuldet, die ein gewaltiger Sturm angerichtet hatte. Im Jahr 2003 beschäftigte sich die britische Presse gerade mit einem größeren Blackout im Nordosten der USA, als es das Land selbst erwischte. Schon damals kritisierte der Bürgermeister von London, dass das britische Stromnetz erheblichen Lastspitzen nicht gewachsen ist. Später stellten sich falsche Einstellungen an einem Schutzrelais und an einem Transformator als Ursache heraus. Beim aktuellen Blackout wurde schon in einem frühen Stadium eine Cyberattacke als mögliche Ursache ausgeschlossen. Die britische Regierung hat dennoch eine gründliche Untersuchung der Ursachen und einen detaillierten Bericht gefordert. Aus den Erkenntnissen des Berichts sollen Maßnahmen für eine Prävention gegen einen weiteren Blackout mit dieser Dimension abgeleitet werden.

Quelle: CBC, Telegraph