Berliner Nahverkehr steht still: Warnstreik

In Berlin brauchen Pendler heute viel Geduld. Sowohl U-Bahnen, als auch Straßenbahnen und Busse verkehren seit dem frühen Morgen nicht mehr. Betroffen sind Hunderttausende Fahrgäste, die Kosten werden in Millionenhöhe beziffert.

Der Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) begann am frühen Freitagmorgen. Die Straßenbahnen und Busse blieben in den Depots, die U-Bahnhöfe wurden gar nicht erst geöffnet. Wie ein Verdi-Sprecher in den frühen Morgenstunden erklärte, seien noch einzelne Nachtbusse unterwegs gewesen, aber „gegen 3.30 Uhr werden wohl alle Fahrzeuge in den Depots sein“.

14.000 BVG-Beschäftige zum Streik aufgerufen

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat 14.000 Mitarbeiter der BVG sowie ihrer Tochter Berlin Transport zum Warnstreik aufgerufen. Die meisten Busse fallen aus, lediglich die S-Bahn und die Regionalzüge fahren weiter nach Plan. Einige Buslinien, die von Subunternehmen betrieben werden, fahren noch.

Den Warnstreik hat Verdi zunächst bis 12 Uhr am Freitagmittag angekündigt. Allerdings werde der Verkehr auch nach Ablauf der Frist noch weiter unregelmäßig verkehren, so die BVG. Die „Berliner Zeitung“ hat extra zum Warnstreik einen Live-Ticker eingerichtet und eine Facebook-Seite, auf der sich betroffene Berliner zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen können.

Kosten in Millionenhöhe durch BVG-Streik

Schon im Vorfeld des Streiks hatte die lokale Wirtschaft vor Kosten in Millionenhöhe gewarnt. Christian Amsinck, Hauptgeschäftsfrüher der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg geht davon aus, dass es „zu enormen Schäden bei den Unternehmen führen“ kann, wenn gleichzeitig der „Wirtschaftsverkehr und Zehntausende Pendler“ ausgebremst werden.

Die Gewerkschaft hatte den Streik bereits nach der zweiten ergebnislosen Runde in den Tarifverhandlungen angekündigt. Die Gewerkschaft verlangt in den Manteltarifverträgen für die BVG und Berlin Transport eine 36,5-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Darüber hinaus soll der Arbeitgeber Weihnachtsgeld und eine Einmalzahlung von 500 Euro für Gewerkschaftsmitglieder leisten, sowie Anpassungen an den Entgelttabellen vornehmen. Die Forderungen sieht der kommunale Arbeitgeberverband als nicht umsetzbar an.

Quelle: dpa