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Bei massiven Sehfehlern übernimmt Krankenkasse Brillenkosten

Am gestrigen Donnerstag hat der Bundestag das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) beschlossen. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband weist darauf hin, dass mit dem Beschluss des Gesetzes die gesetzlichen Krankenkassen künftig auch die Kosten für eine Brille auf Rezept übernehmen sollen. Dies ist allerdings nur bei extremen Sehschwächen möglich, also etwa einer Kurz- oder Weitsichtigkeit mit mehr als sechs Dioptrien.

Wann zahlt die Krankenkasse für die Brille?

Bis zum Jahr 2003 hat die gesetzliche Krankenversicherung allen Versicherten mit Sehproblemen den Anspruch auf eine Brille zugestanden. Danach jedoch folgte eine Änderung. Demnach sollten Brillen nur noch für Patienten bezahlt werden, die mit Brille eine Sehkraft von maximal 30 Prozent hatten. Das heißt also: Wer ohne Brille quasi nichts sehen konnte, mit Brille aber auf eine Sehkraft von mehr als 30 Prozent kam, der musste die Brille selbst zahlen.

Die jetzige Neuregelung sieht die Kostenübernahme für die Sehhilfe vor, wenn mehr als sechs Dioptrien vorliegen. Eine Kostenübernahme kann außerdem bereits ab vier Dioptrien erfolgen, dann muss jedoch eine Hornhautverkrümmung noch zusätzlich vorliegen.

Kostenübernahme für Brillen vermutlich ab März 2017

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hatte sich bereits im Vorfeld der Gesetzgebung für diese Regelung stark gemacht und freut sich natürlich, dass sie tatsächlich umgesetzt wurde. Die Neuregelung zur Kostenübernahme von Brillen soll in Kraft treten, sobald man das Gesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlicht hat.

Das dürfte etwa ab Mitte März der Fall sein, so der DBSV. Übrigens: Die Kosten für die Gläser einer Brille mussten die Kassen in der Vergangenheit zumindest für Kinder und Jugendliche schon bezahlen. Aber auch bei der neuen Regelung gibt es noch etwas zu beachten: Die Kostenübernahme erfolgt nur für die Brille auf Rezept. Wer sich beim Optiker einfach eine Brille kauft, darf nicht auf Kostenerstattung hoffen. Die neue Brille muss eindeutig vom Augenarzt verordnet werden. Nur dieser kann den konkreten Nachweis über die Dioptrienzahl erbringen, so der Gesetzgeber.

Quelle: dpa