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Banken verdienen aktuell gut an den Dispozinsen

Euro-Banknoten

Durch die Folgen der Coronakrise müssen viele Bankkunden Dispozinsen zahlen. Doch es gäbe Möglichkeiten, den Umfang der finanziellen Belastung zu senken.

Nach den Daten einer Umfrage, die im Auftrag des Portals smava von der Giffey GmbH durchgeführt wurde, haben aktuell etwa 5,6 Millionen Deutsche ihren von der Bank gewährten Disporahmen teilweise oder vollständig ausgeschöpft. Das ergibt sich aus den Hochrechnungen, die auf den Angaben der Probanden basieren. Dis hohen Dispozinsen belasten die Betroffenen zusätzlich zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise.

Weitere Angaben zur Zahlung von Dispozinsen sind alarmierend

Nach der Umfrage schätzen weitere rund 5,2 Millionen Deutsche ein, dass sie schon bald auf die finanziellen Reserven aus dem Disporahmen zugreifen müssen. Viele Probanden überwachen offenbar ihren Kontostand nicht permanent, denn sie konnten keine Angaben dazu machen, ob ihr Konto zum Zeitpunkt der Umfrage mit Dispozinsen belastet wurde. Hinzu kommt eine hohe Anzahl von Befragten, die keine verlässliche Einschätzung zur Entwicklung ihrer wirtschaftlichen Lage vornehmen kann. Beide Gruppen machen zusammen nach der Hochrechnung der Umfrageresultate mit 32 Prozent fast ein Drittel der gesamten Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland aus.

Disponutzung setzt oft eine Kettenreaktion in Gang

Das Hauptproblem dabei sind hohe Dispozinsen, die sich bei einigen Banken nach den Daten der Stiftung Warentest sogar im zweistelligen Bereich bewegen. Sie werden vor allem den Bankkunden zum Verhängnis, die über einen längeren Zeitraum nicht in der Lage sind, das Minus auf dem Konto durch Gutschriften auszugleichen. Für sie verschärft sich die wirtschaftliche Situation durch die Zinszahlungen und sie rutschen immer tiefer in den Dispo oder es kommt sogar zu Überziehungen, die noch teurer werden. In vielen Fällen droht eine Abwärtsspirale, die sich immer schneller dreht. Dieses Risiko ist aktuell durch die Folgen der Lockdowns zur Bekämpfung der Coronakrise signifikant erhöht. Der Grund sind die durch Kurzarbeit oder fehlende Möglichkeiten der Kinderbetreuung teils drastisch reduzierten Haushaltseinkommen.

Wie lässt sich die Abwärtsspirale stoppen?

Ein Ausweg sind finanzielle Umschichtungen. Wer Guthaben auf aktuell schlecht verzinsten Tagesgeldkonten hat, sollte die Defizite auf dem Girokonto damit ausgleichen. Es hängt von den konkreten Konditionen für die Konten ab, welche Zinsersparnis damit erzielbar ist. Auch das vorübergehende Stoppen von Einzahlungen auf Sparkonten sowie in Bausparverträge ist eine Chance zur Reduzierung der Belastungen aus Dispozinsen. Beide Maßnahmen haben den Vorteil der schnellen Realisierbarkeit und des später möglichen Ausgleichs. Außerdem fallen dafür in der Regel keine Bearbeitungsgebühren an. Wer diese Möglichkeiten nicht hat, bei dem aber eine längere Auslastung des Disporahmens absehbar ist, sollte über eine Umschuldung nachdenken. Dabei reicht die Palette der Varianten vom Hausbankkredit über Verbraucherkredite anderer Anbieter bis hin zur Beleihung der Guthaben in kapitalbildenden Versicherungen. Hier ist jedoch eine genaue Prüfung erforderlich, weil dafür Gebühren anfallen können.

Quelle: Stiftung Warentest, smava, Deutsche Bundesbank