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Arbeitslosigkeit: Spielt der Grad der Bildung eine Rolle?

Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen dem Bildungstand und der Arbeitslosigkeit war Gegenstand einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung. Inzwischen liegen die Ergebnisse vor.

Hinterfragt wurde der Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Bildung sowohl für die Leistungsempfänger nach SGB II als auch nach SGB III. Die von der Bundesregierung vorgelegten Zahlen belegen, dass das Risiko einer Langzeitarbeitslosigkeit mit steigendem Bildungsgrad sinkt.

Wie sieht die Verteilung der Arbeitslosigkeit in Bezug auf den Bildungsgrad aktuell aus?

Die Zahlen der Bundesregierung stammen vom Sommer 2019. Danach gab es bundesweit rund 1.423.000 gemeldete Arbeitslose ohne Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, die Leistungen der Grundsicherung nach SGB II bezogen. Mit 24,7 Prozent konnte knapp ein Viertel der Betroffenen keinen Hauptschulabschluss vorweisen. Deutlich höher lag mit 34,6 Prozent der Anteil der Arbeitslosen in der Grundsicherung mit Hauptschulabschluss. Leistungsbezieher mit Abitur machten lediglich 8,7 Prozent der Betroffenen aus. Außerdem gab es nur 4,2 Prozent Bezieher von Grundsicherung, die eine Fachhochschulreife nachweisen konnten. Allerdings gibt es auch 9,2 Prozent Leistungsbezieher, bei denen die Bundesarbeitsagentur keine Angaben zum Grad der Schulbildung für die Antwort der Bundesregierung machen konnte.
Bei Leistungen nach dem SGB III sieht die Verteilung etwas anders aus. In diesem Bereich gab es zeitgleich nur 6,5 Prozent Leistungsempfänger ohne Hauptschulabschluss. 29 Prozent der Empfänger von Leistungen nach SGB III besitzen einen Hauptschulabschluss. 26,7 Prozent konnten bei der Allgemeinbildung die Mittlere Reife vorweisen. Bei 18 Prozent der Leistungsempfänger lag der Nachweis eines Abiturs oder einer anderen Form der Hochschulreife vor. Doch ein Fakt zeigt sehr deutlich, dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Bildungsstand und der Arbeitslosigkeit besteht. Rund 30,4 Prozent der Bezieher von Leistungen nach SGB III besaßen keine abgeschlossene Berufsausbildung. Bei allen Beziehern von Arbeitslosengeld und Hartz II waren es insgesamt 64,9 Prozent.

Wie fördern die Arbeitsämter die Bildung der Arbeitslosen?

Im ersten Halbjahr 2019 wurden insgesamt durchschnittlich 21.026 Arbeitslose beim Erwerb einer Berufsausbildung gefördert. Der größte Anteil mit 11.310 Förderungen entfällt auf Leistungsempfänger im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. Außerdem erhielten zeitgleich durchschnittlich 7.258 Arbeitslose im Alter zwischen 35 und 45 Jahren eine Förderung zum Erwerb eines beruflichen Abschlusses. Ihr Anteil ist im Vergleich zum Jahr 2010 nahezu identisch. Ganz anders ist die Lage bei jüngeren Arbeitslosen. Im Jahr 2010 wurden noch durchschnittlich 19.229 Berufsausbildungen bei 25- bis 35-Jährigen gleichzeitig gefördert. Erschreckend ist die Tatsache, dass sich die Gesamtzahl der Förderungen stetig reduziert. Im Jahr 2010 lag der Schnitt bei 32.311 gleichzeitigen Teilnehmern in Maßnahmen mit dem Ziel eines Berufsabschlusses. Das bedeutet im Jahr 2019 eine Reduzierung um etwa ein Drittel.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 19/14467