Altersgrenzen für Waffenkauf angehoben

US-Präsident Donald Trump spricht nach dem Massaker von Parkland davon „Trauer in Taten zu verwandeln“. US-Unternehmen reagieren dagegen auf die Tragödie. Walmart und Dick’s Sporting Goods haben ihre Regeln für den Waffenverkauf verschärft und auch die Altersgrenze angehoben.

Dick’s und Walmart reagieren auf Massaker von Parkland

So will die Einzelhandelskette Dick’s Sporting Goods Sturmgewehre komplett aus dem Sortiment nehmen. Außerdem sollen Waffen nur noch an Kunden ab 21 Jahren verkauft werden, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Dies gilt als Reaktion auf den Amoklauf an der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland am Valentinstag. Hintergrund ist, dass der 19-jährige Schütze eine Waffe bei Dick’s gekauft hatte. Allerdings war das nicht die Tatwaffe. Edward Stack, Unternehmenschef bei Dick’s erklärte, dass „Gedanken und Gebete“ nicht genug sind. Er erklärte, dass man die Studenten bewundere und respektiere, die sich seit dem Vorfall lautstark für schärfere Waffengesetze einsetzen. Wie Stack weiter mitteilte „haben wir euch gehört, das Land hat euch gehört“. Stack betonte zwar, dass die Mehrheit der US-Waffenbesitzer verantwortungsvolle Bürger seien, dennoch sei die Waffengewalt eine Epidemie, die zu viele Menschenleben fordert.

Nur wenige Stunden später gab es von Walmart eine ähnliche Mitteilung. Die Supermarktkette kündigte aufgrund der „jüngsten Geschehnisse“ an, dass Munition und Waffen künftig nur noch an Kunden verkauft werden, die mindestens 21 Jahre alt sind. Außerdem wolle man in Zukunft auf der hauseigenen Internetseite darauf verzichten, Produkte zu bewerben, die wie Sturmgewehre aussehen. Das gelte selbst dann, wenn es sich bei diesen Produkten lediglich um Spielzeuge handele.

Wie US-Medien berichten, ist Walmart der größte Verkäufer von Waffen und Munition in den ganzen USA. Laut eigenen Angaben verkauft das Unternehmen aber schon seit 2015 keine Sport-Sturmgewehre mehr. Dazu zählt auch das AR-15, welches der Todesschütze von Parkland genutzt hatte.

Diskussion um strengere Waffengesetze hält an

Nach dem Amoklauf in Parkland sind die Debatten um strengere Waffengesetze in den USA neu entflammt. Sie sind, abhängig vom Bundesstaat, sehr unterschiedlich geregelt. So dürfen Jagdgewehre etwa in einigen Staaten bereits mit 18 Jahren erworben werden. Gegen eine Verschärfung der Waffengesetze verweigern sich vor allem die Republikaner und verweisen dabei auf das Recht auf Selbstverteidigung, welches den Zugang zu Schusswaffen ermöglichen müsse.

Allerdings haben sich seit dem Vorfall in Florida schon einige Unternehmen von der mächtigen Waffenlobby NRA distanziert. So gab es Autovermieter, Versicherer und viele andere Firmen, die ihre Kooperationen mit der NRA einstellen wollen. Die Mitglieder der Waffenlobby sollen demnach keine Vergünstigungen mehr bei diesen Unternehmen erhalten.

Ebenfalls stieg der Druck auf die Politik, insbesondere die Republikaner und US-Präsident Donald Trump. Er kündigte schließlich am Mittwoch an, das Waffenrecht doch noch verschärfen zu wollen. Trump erklärte bei einem überparteilichen Treffen von Senatoren und Abgeordneten, dass er über eine Anhebung der Altersgrenze „sehr ernsthaft“ nachdenken würde, sollte ein entsprechender Gesetzentwurf vorliegen.

Trump erklärte weiterhin, man dürfe keine Angst vor der NRA haben. Sie habe die Macht über ihn verloren, doch nicht über sein Volk, so dass noch immer einige Menschen „starr vor Angst“ sind, was sie nicht sein dürfen. Dabei war es der amtierende US-Präsident, der in seinem Wahlkampf 30 Millionen US-Dollar Zuwendungen von der NRA erhielt.

Am gestrigen Mittwoch ist der Unterricht an der Marjory Stoneman Douglas High School erstmals nach dem Massaker wieder gestartet. Allerdings blieb der Gebäudekomplex der Schule geschlossen, in dem die meisten der 17 Opfer getötet wurden. Ty Thompson, Direktor der Highschool, sprach von einem „Beginn des Heilungsprozesses“. Allerdings ginge es am ersten Unterrichtstag weniger ums Lernen, als vielmehr darum, sich in der Schule wieder wohl zu fühlen. Schon am Sonntag hatte die Schule einen freiwilligen Orientierungstag organisiert, damit den Schülern die Rückkehr an die Highschool erleichtert werden konnte.

Quelle: AFP