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Affenpocken: Wie ist die aktuelle Lage in Deutschland und anderswo?

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Die Zahl der gemeldeten Fälle von Affenpocken nimmt zu. Betroffen sind bereits viele Regionen der Welt. Auch auf Kinder breitet sich die Krankheit aus.

In Deutschland sah es bisher so aus, als könnten die Affenpocken ausschließlich Erwachsene betreffen und jüngere Kinder verschonen. Unter den bis zum 2. August 2022 gemeldeten 2.724 Fällen befinden sich lediglich zwei Jugendliche. Auch der Anteil der infizierten und erkrankten Frauen ist bisher sehr gering. Noch kann niemand genau sagen, wie es zu dieser Alters- und Geschlechtsverteilung kommt. Fest steht nur, dass intensive Körperkontakte (insbesondere sexuelle Aktivitäten) bei der Übertragung eine wichtige Rolle spielen.

Wo steht Deutschland bei den Affenpocken im internationalen Vergleich?

Außerhalb der Hauptverbreitungsgebiete in Afrika belegen die USA mit mehr als 4.600 gemeldeten Fällen den Spitzenplatz. In den USA haben bereits mehrere Countys wegen der dort als Monkey Pox bezeichneten Erkrankung den Notstand ausgerufen, um die Verbreitung effizienter bekämpfen zu können und größere Kontingente bei der Impfstoffverteilung zu erhalten. Das ist auch dringend notwendig, denn die Anzahl der gemeldeten Fälle stieg beispielsweise im Los Angeles County binnen einer Woche um 80 Prozent an. Aus Spanien wurden bisher über 3.700 Fälle von Affenpocken gemeldet. Für Deutschland gibt das RKI bis einschließlich 2. August 2022 mittlerweile 2.724 Fälle an. Damit landet die Bundesrepublik im Ranking auf dem dritten Platz. Großbritannien zählt bisher etwas mehr als 2.400 Infektionen mit den Affenpocken und Frankreich verzeichnet rund 1.800 Fälle. In Mitteleuropa wurden auch beispielsweise aus der Schweiz, aus Österreich, Belgien, Dänemark, Norwegen und Schweden erste Infektionen mit Affenpocken gemeldet. Insgesamt zeigt sich überall ein ähnliches Bild. Männer machen den Hauptanteil aus. Frauen und Kinder sind deutlich weniger häufig von den Affenpocken betroffen.

Wie können die Affenpocken (alias Monkey Pox) therapiert werden?

Am 29. Juli 2022 wurden die Empfehlungen zur Prävention und Behandlung der Affenpocken durch den Arbeitskreis STAKOB (Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger) aktualisiert. Danach bleibt es bei der Anordnung einer Quarantäne der Infizierten für mindestens 21 Tage. Die Versorgung ist (abhängig vom Schweregrad des Verlaufs) sowohl ambulant als auch stationär möglich. Als Medikament steht Tecovirimat zur Verfügung. Der Einsatz ist bei Kindern ab einem Körpergewicht von 13 Kilogramm möglich. Bei einer Unverträglichkeit oder einem besonders schweren Verlauf gibt es mit VIGIV von Emergent Biosolution eine Alternative. Dabei handelt es um ein Vaccinia Immunglobulin, das bereits in der Vergangenheit zu Bekämpfung von Komplikationen nach der Verabreichung der Pockenimpfung erfolgreich eingesetzt wurde. Die amerikanische CDC empfiehlt dieses Medikament, obwohl zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Studien zur Wirksamkeit bei den Monkey Pox vorliegen. Das gilt genauso für das dort eingesetzte Medikament Brincidofovir.

Impfung gegen Affenpocken: Wie ist der aktuelle Stand?

Mit Imvanex steht bereits seit 2013 ein Impfstoff zur Verfügung, dessen Zulassung von der Europäischen Arzneimittel-Agentur im Juli 2022 auf die Prävention gegen die Affenpocken erweitert wurde. Die Impfstoffe JYNNEOS (USA) und Imvamune (Kanada) besitzen in Europa keine Zulassung, sind jedoch dem Serum Imvanex sehr ähnlich. In allen drei Fällen handelt es sich um einen Lebendimpfstoff, bei dem die Erreger zuvor so verändert wurden, dass keine Vermehrung im menschlichen Körper möglich ist. Das RKI empfiehlt eine Auffrischimpfung mit Imvanex bei Erwachsenen, die als Kind bereits eine Grundimmunisierung gegen die Pocken erhalten haben. Alle anderen Erwachsenen müssen für eine Immunisierung zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen bekommen. Da noch nicht genügend Impfstoff gegen die Affenpocken vorhanden ist, werden derzeit in Deutschland ausschließlich Kontaktpersonen, medizinisches und pflegerisches Personal sowie Hochrisikopatienten geimpft.

Quelle: RKI, Statista, LA Times