2 Prozent mehr Geld für Angestellte im öffentlichen Dienst

Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst scheint ein Ende zu haben. Ab dem 01.01.2017 soll es zwei Prozent mehr Gehalt geben. Profitieren können davon rückwirkend 2,2 Millionen Angestellte im öffentlichen Dienst. Das hat Peter-Jürgen Schneider von der SPD, seines Zeichens Finanzminister Niedersachsens und Verhandlungsführer der Länder, am Freitag in Potsdam mitgeteilt. Damit konnte man neuerliche Streiks in Schulen und Kindertagesstätten abwenden, freute sich Schneider.

Weitere Gehaltserhöhung im kommenden Jahr

Auch im kommenden Jahr sollen die Gehälter der Angestellten im öffentlichen Dienst weiter steigen. Insgesamt sollen sie um 2,35 Prozent, mindestens aber um 75 Euro angehoben werden. Schneider erklärte, dass das jetzt erzielte Ergebnis für die Länder „erträglich“ sei. Die Kosten für die Besserstellung der eigenen Mitarbeiter bezifferte er für 2017 auf 870 Millionen Euro, für 2018 auf 1,9 Milliarden Euro.

Zufrieden zeigte sich auch Frank Bsirske. Der Vorsitzende der Gewerbschaft Verdi berichtete von einem umfassenden Gesamtpaket, das nun in der dritten Verhandlungsrunde endlich erreicht wurde. Im Ergebnis stimme auch die „soziale Balance“. Man habe es geschafft, vor allem die Bezahlung im Erziehungs- und Sozialdienst zu verbessern und gleichzeitig Akzente für Auszubildende und junge Beschäftigte zu setzen.

So sollen etwa die Auszubildenden in zwei Schritten bis zu 70 Euro mehr pro Monat erhalten. Außerdem gibt es für sie künftig 29 Tage Jahresurlaub. Zudem wollen die Tarifparteien in naher Zukunft eine neue Entgeltordnung verabschieden. Diese soll vor allem den Beschäftigten im Sozial-, Erziehungsdienst und Pflegebereich zugutekommen. Die Einigung solle in der Tarifrunde 2019 erreicht werden, bis dahin gibt es für die Sozialarbeiter abhängig von der Eingruppierung rund 50 bis 100 Euro mehr pro Monat. Die Leiter von Kitas und Erzieher sollen gut 80 Euro mehr erhalten.

Ist die Tarifeinigung im öffentlichen Dienst schon beschlossen?

Obwohl die Bundestarifkommission von Verdi das Verhandlungsergebnis bereits abgesegnet hat, müssen die Mitglieder der Gewerkschaft noch zustimmen. Die Mitgliederbefragung muss also erst noch durchgeführt werden, wobei die Kommission dazu rät, die Einigung zu akzeptieren.

Außerdem verlangte Willi Russ, der Verhandlungsführer für den Beamtenbund dbb, das Ergebnis auch auf die Beamten und Pensionäre der Länder und Kommunen zu übertragen. Hier würden noch einmal 2,2 Millionen Menschen profitieren. Diese Frage muss allerdings noch verhandelt werden.

Quelle: Reuters