Bluthochdruck – ein häufiges Leiden

Viele Menschen leiden unter zu hohem Blutdruck – oft ohne selbst etwas davon zu wissen. Der Grund: Ein erhöhter Blutdruck macht sich kaum bemerkbar. Sie werden nicht müde und empfinden keine Schmerzen. Doch wird das Blut langfristig mit zu hohem Druck durch den Körper gepumpt, entstehen massive Gefahren. Das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, steigt mit steigendem Blutdruck. Jeder zweite Erwachsene in Deutschland leidet unter Bluthochdruck – oft unwissentlich.

Messen Sie den Blutdruck stets an beiden Armen

Die Behandlungsleitlinien sagen aus, dass der Blutdruck am besten gleichzeitig an beiden Armen gemessen werden sollte. So können Schwankungen rechtzeitig erkannt werden. Aber, wie Sie sicher selbst schon bei Routineuntersuchungen in der Arztpraxis bemerkt haben, wird selbst hier der Blutdruck oft nur an einem Arm gemessen. Ist das dann immer der Arm mit dem niedrigeren Blutdruck, bleibt der Bluthochdruck trotz regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen lange unentdeckt.

Dabei können so genannte Seitendifferenzen ein Indiz für Bluthochdruck (Hypertonie) sein. Für die Diagnose und die Therapie einer solchen sollte daher immer der höhere Wert berücksichtigt werden. Sind die Differenzen für die Maßeinheit Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) höher als zehn, so ist dies ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Entstehen Differenzen von 25 bis 30 mmHg, kann das schon ein Indiz für Gefäßverkalkungen sein. Auch die Fehlbildung einer Arterie unter dem Schlüsselbein kann möglich sein. Durch sie wird der Blutfluss in den Arm behindert und der Blutdruck im betreffenden Arm sinkt. In einem solchen Fall bekommt der Arm das benötigte Blut über ein Gefäß, das normalerweise den Kopf versorgt. Gut zu erkennen ist die Veränderung der Arterie an häufigen Schwindelanfällen. Mediziner sprechen in diesem Fall auch von „Subclavian-Steal-Syndrom“.

Liegt dieses vor, hilft eine Erweiterung der Engstelle, die mittels Ballonkatheter erfolgen kann. Dabei wird ein so genannter Stent, eine winzige Gefäßstütze, eingesetzt. Der Arm wird wieder besser durchblutet und das Schwindelgefühl verschwindet. Der Blutdruck selbst kann dann besser kontrolliert und eingestellt werden.

Woran erkennt man Bluthochdruck?

Gefährlich ist auch der so genannte maskierte Bluthochdruck. Er tritt nur in bestimmten Situationen auf, etwa bei Stress am Arbeitsplatz. Zu Hause dagegen bewegt sich der Blutdruck im normalen Bereich. Bei Routineuntersuchungen kann die Hypertonie daher nicht erkannt werden.

Patienten, in deren Familienkreis bereits ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt oder Bluthochdruck aufgetreten sind, sollten daher den eigenen Blutdruck regelmäßig überprüfen lassen. Wer befürchtet, unter der maskierten Hypertonie zu leiden, kann ebenfalls Langzeitblutdruckmessungen über 24 Stunden durchführen lassen. Die zeigen dann auch den Bluthochdruck in Stresssituationen klar an. Wichtig ist, dass der Tag ganz normal verbracht wird und man sich nicht schont. Bereits geschädigte Schlagadern lassen sich mittels Ultraschalluntersuchungen feststellen.

Wie wird die Hypertonie behandelt?

Wenn die Hypertonie diagnostiziert wurde, stehen vielfältige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu zählen etwa

  • Bewegung in den Alltag integrieren,
  • auf salzarme Kost umsteigen,
  • Medikamente und
  • operative Eingriffe.

Bei letzteren kann zum Beispiel ein Katheter in den Nierenarterien gesetzt werden oder es kommen spezielle Schrittmacher zum Einsatz. Dann spricht man auch von der Barorezeptorstimulation. Welche Behandlung sinnvoll ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Durch gezielte Überwachung der Behandlungsmaßnahmen und eine stete Kontrolle soll deren Erfolg laufend beobachtet werden.

Blutdruck zu Hause regelmäßig kontrollieren

Außerdem sollten Sie Ihren Blutdruck zu Hause regelmäßig kontrollieren. Automatische Messgeräte werden meist am Oberarm oder Handgelenk platziert und sollen den Blutdruck messen. Für Geräte, die am Handgelenk befestigt werden, ist es wichtig, dass der Arm auf Herzhöhe gehalten wird. Sinnvoll sind vor allem Blutdruckmessgeräte, die mit dem Prüfsiegel der Hochdruckliga versehen sind. Dieses Siegel wird nur an Geräte verliehen, die sehr genaue Werte liefern.

Für die richtige Blutdruckmessung gelten einige grundlegende Regeln:

  1. Entspannen Sie vor der Messung für fünf Minuten.
  2. Achten Sie darauf, dass sich die Blutdruckmanschette auf Herzhöhe befindet.
  3. Messen Sie den Blutdruck immer in sitzender, angelehnter Position und lagern Sie den Arm auf einem Tisch.
  4. Bewegen Sie sich beim Messvorgang nicht. Vermeiden Sie es, zu sprechen.
  5. Messen Sie immer morgens und abends zur jeweils gleichen Zeit.
  6. Nehmen Sie blutdrucksenkende Medikamente, messen Sie morgens vor der Medikamenteneinnahme, um genaue Werte zu erhalten.
  7. Dokumentieren Sie die Ergebnisse und halten Sie sie schriftlich fest. Das sind wichtige Informationen für den behandelnden Arzt.

Neue Blutdruckmessgeräte sollten Sie vor der ersten Anwendung mit in die Praxis nehmen. So kann der Arzt bestimmen, ob diese die gleichen Werte wie sein Messgerät liefern.

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