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Wieder mehr Feldhasen in Deutschland unterwegs

Lange Zeit war der klassische Feldhase selten geworden. Die kleinen Hasenbabys, die im Frühjahr zur Welt kommen, sind allerlei Gefahren ausgesetzt. Nasse und kalte Frühjahrsmonate lassen die Hasenbabys erfrieren oder krank werden. Hauskatzen, Wildschweine, Füchse, Dachse und Störche stellen die natürlichen Feinde des Hasen dar und auch die Mähmaschinen, die über die Wiesen rollen, können dem Hasennachwuchs gefährlich werden.

Jetzt hat der Deutsche Jagdverband (DJV) in Berlin neue Zahlen vorgelegt. Demnach sind die Bestände stabil geblieben und auf Deutschlands Feldern und Wiesen leben durchschnittlich elf Hasen pro Quadratkilometer, wie der Sprecher des DJV, Torsten Reinwald erklärt.

2014 gab es bei den Feldhasen mehr Nachwuchs als Verluste

Reinwald führte weiter aus, dass das letzte Jahr für den Feldhasen sehr fruchtbar war. Die Zahl des Nachwuchses stieg über die Zahl der Verluste an. Das gibt auch für dieses Jahr Hoffnung, weil sich mehr Feldhasen vermehren könnten.

Für die Zählung der Feldhasen haben sich Jäger und Wissenschaftler 447 Referenzgebiete ausgesucht, in denen die Hasen im Frühjahr 2014 gezählt wurden. Im Herbst vergangenen Jahres wurden die Hasen nochmals in 343 Regionen gezählt. Im Osten Deutschlands wurden im Schnitt fünf Feldhasen pro Quadratkilometer gesichtet, in der nordwestdeutschen Tiefebene sogar 17. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gab es weniger als fünf Hasen pro Quadratkilometer, so dass hier besonders wenige Hasen verzeichnet wurden.

Derzeit sollen den Berechnungen zufolge noch 3,5 Millionen Feldhasen über die Wiesen und Felder hoppeln. Statistisch würde das bedeuten, dass ein Feldhase 25 Bundesbürger am Wochenende mit Ostereiern versorgen muss. Jedoch sind die regionalen Unterschiede enorm. In Nordrhein-Westfalen sind den aktuellen Zählungen zufolge durchschnittlich 24,4 Tiere pro Quadratkilometer zu finden. In einigen Gebieten waren sogar 147 Tiere auf dieser Fläche gesichtet worden.

Jäger haben den Feldhasen nur selten gejagt

Auch die Jäger haben erkannt, dass die Zahl der Feldhasen zurückging. Deshalb hat man bereits im letzten Jahr die Jagd angepasst und die Jahresstrecke auf 240.000 Hasen zurückgefahren. Das ist ein so niedriger Wert, wie er noch nie zuvor geherrscht hat. Allerdings waren für ein Viertel dieser Hasen nicht die Jäger zum Verhängnis geworden, sondern die Autofahrer, die sie überfuhren.

Wieso geht die Zahl der Feldhasen zurück?

Die Zahl der Feldhasen geht vor allem aufgrund der intensiven Landwirtschaft zurück, erklärt Till Hopf vom Naturschutzbund Nabu in Berlin. Wildkräuter sind für die Hasen nur noch selten zu finden, auch geeignete Möglichkeiten, um sich zu verstecken, fehlen vielerorts.  Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung in Hamburg bestätigt die Aussagen. Feldhasen benötigen nicht nur Felder und Wiesen, sondern vielfältige Landschaften. Sie leben an Waldrändern, in Hecken und auf Altgrasstreifen. Trockene und warme Böden, die zudem die Wärme speichern können, sind ebenfalls nötig.

Bereits seit den 1970er Jahren sind die Bestände an Feldhasen in Deutschland massiv eingebrochen. Bis zu den 1960er Jahren dagegen hatten Feldhasen hierzulande ideale Lebensbedingungen.

Quelle: Welt