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Wie hat sich der Zustand der Wälder in Deutschland entwickelt?

Autumn forest aerial view from above

Am Zustand der Wälder zeigen sich sehr früh die Folgen des Klimawandels. Dabei präsentieren sich bundesweit teils deutliche Unterschiede.

Der Zustand der Wälder in Deutschland war Gegenstand einer Kleinen Anfrage von Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU-Fraktion. Inzwischen hat die Bundesregierung dazu eine Antwort mit offiziellen Zahlen vorgelegt. Sie sind alarmierend, denn der flächenmäßige Anteil der Wälder, die in die Schadstufen 2 bis 4 eingeordnet werden müssen, hat erheblich zugenommen. Die Zuordnung zur Schadstufe 2 erfolgt, wenn die Kronenverlichtung bei mehr als 25 Prozent liegt. Bäume mit vollständig abgestorbenen Kronen werden der Schadstufe 4 zugerechnet.

Zahlen und Fakten rund um den Zustand der deutschen Wälder

Die Entwicklung des Waldzustands weist natürliche Schwankungen auf. Sie resultieren beispielsweise aus der unterschiedlichen Menge und Verteilung der Niederschläge. 2016 wiesen 28 Prozent der Waldflächen die Merkmale der Schadstufen 2 bis 4 auf. Im Jahr 2017 reduzierte sich der Anteil auf 23 Prozent. Danach folgten der extrem trockene Rekordsommer 2018. Er landete mit einem Schnitt von gerade einmal 586,3 Litern Regen pro Quadratmeter im gesamten Jahr unter den Top 5 der trockensten Jahre in Deutschland seit dem Jahr 1881. Die Folge war ein Anstieg der stark geschädigten Waldflächen auf einen bundesweiten Durchschnitt von 36 Prozent zum Jahresende 2019. Die Erholung im Jahr 2020 fiel nur sehr minimal aus. Für 2021 liegen noch keine Daten vor. Das seit Beginn der detaillierten Wetteraufzeichnungen nasseste Jahr in Deutschland war übrigens 2002. Damals kamen pro Quadratmeter nach Angaben des Meteorologen Jörg Kachelmann durchschnittlich 1.018,1 Liter pro Quadratmeter zusammen.

Welche Unterschiede nach Baumarten weist die Statistik aus?

Im Vergleich des Jahres 2020 zu 2019 fallen die Fichte und die Eiche auf. Rund 45 Prozent der mit Eichen bestandenen Waldflächen wurden zu Jahresende 2020 in die Schadstufen 2 bis 4 eingeordnet. Das entspricht im Jahresvergleich einem Minus von 4 Prozent. Bei Fichtenbeständen nahm der Anteil der geschädigten Flächen dagegen binnen Jahresfrist um 6 Prozent zu und lag zum Jahresende 2020 bei 40 Prozent. Den höchsten Anteil geschädigte Flächen weisen bundesweit mit 48 Prozent zeitgleich die Buchenwälder auf. Deutlich besser ist der Zustand der Kiefernwälder. Hier sind im bundesweiten Durchschnitt auf rund 27 Prozent aller mit dieser Baumart bewachsenen Flächen erheblich geschädigt.

Welche regionalen Unterschiede gibt es beim Zustand der Wälder?

Die Bilanz der einzelnen Bundesländer zeigt deutlichere Unterschiede. Eine gute Entwicklung gab es 2020 quer durch alle Baumarten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Ganz anders präsentierte sich die Jahresbilanz in Bayern und Rheinland-Pfalz. Dort nahm der Anteil der erheblich geschädigten Waldbestände quer durch alle Baumarten zeitgleich um 8 Prozent zu. Die höchste Quote der Fichtenwälder der in den Schadstufen 2 bis 4 haben das Saarland (55 Prozent) und Hessen (51 Prozent). Den höchsten Anteil schwer geschädigter Flächen mit Kiefernwäldern haben Thüringen (63 Prozent) und Bayern (60 Prozent). Den ersten Negativrang bei der Situation in Buchenwäldern teilen sich Baden-Württemberg und Thüringen mit einem Anteil von 68 Prozent der Flächen, die unter die Schadstufen 2 bis 4 fallen. Bei den Eichenwaldflächen mit gravierenden Schäden hält zeitgleich Thüringen mit einem Anteil von 75 Prozent die Spitze. Auf dem zweiten Negativrang in dieser Kategorie landet Sachsen-Anhalt, wo 56 Prozent aller Eichenwälder erhebliche Kronenauslichtungen aufweisen. Dort ist auch der Trend sehr negativ, denn von 2019 auf 2020 hat der Anteil der geschädigten Eichenwaldflächen in Sachsen-Anhalt um 9 Prozent zugenommen.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 20/372