Weniger Waffen im Walmart

Nach dem Massaker in einem Walmart in El Paso, bei dem 22 Menschen ums Leben kamen, hat die Handelskette ihr Angebot an Waffen weiter eingeschränkt. Trotzdem sollen Jagd- und Sportschützen in den Läden auch künftig Munition kaufen können.

Laut Unternehmensangaben sollen die Lagerbestände an Waffen noch abverkauft werden, doch danach wird es keine Waffen mehr in den Walmart-Filialen geben. Zusätzlich stelle man den Verkauf von Munition für Handfeuerwaffen und Sturmgewehrmagazine mit großer Kapazität ein. Das hat Walmart-Chef Doug McMillon am Dienstag offiziell bestätigt.

Walmart zieht nach Massaker Reißleine beim Waffenverkauf

Auch in Alaska sollen demnach keine Handfeuerwaffen mehr verkauft werden. Alaska ist der letzte US-Bundesstaat, in dem dies noch erfolgt. Wegen der Waffenverkäufe steht der Handelsriese schon seit langem in der Kritik. Nach dem Massaker in einem Walmart in El Paso vor gut einem Monat wuchs der Druck auf die Kette weiter. Immerhin kamen dabei 22 Menschen ums Leben.

Nur wenige Tage vorher kam es in einem Walmart in Southhaven in Mississippi zu einem Schusswechsel, bei dem zwei Menschen ihr Leben verloren. McMillon sprach von „entsetzlichen Ereignissen“. Das Unternehmen könne nach diesen Taten nie mehr dasselbe sein, hieß es weiter. Deshalb wolle man das Waffenangebot in Zukunft noch stärker auf die Sport- und Jagdschützen konzentrieren.

Walmart rüstet ab

Schon seit den 1990er Jahren hat die Handelskette ihr Waffenangebot immer weiter eingeschränkt. 1993 nahm man sowohl Pistolen als auch Revolver aus dem Sortiment. 2015 verschwanden halbautomatische Waffen und nach dem Schulmassaker von Parkland im Februar 2018 hat Walmart die Altersgrenze für den Waffenkauf auf 21 Jahre angehoben.

Trotzdem will Walmart, der weltgrößte Einzelhandelskonzern, in den USA nicht komplett auf den Verkauf von Waffen und Munition verzichten. Stattdessen wolle man die Kunden künftig dazu anhalten, keine Waffen mehr mit in die Läden zu bringen. In den USA ist das nämlich in vielen Bundesstaaten erlaubt.

Die US-Waffenlobby NRA zeigte sich wenig begeistert. Sie warf Walmart vor, dem „Druck der Anti-Waffen-Eliten“ nachgegeben zu haben. Von der NRA hieß es, dass die Wartschlangen von Walmart sich künftig auf andere Händler konzentrieren würden, die „die fundamentalen amerikanischen Freiheiten stärker unterstützen“.

Quelle: dpa