Weiße Flotte Dresden musste Dampferfahrten erneut einstellen

Viele Besucher von Dresden würden gern eine Fahrt mit einem der liebevoll restaurierten Raddampfer auf der Elbe machen. Doch der Niedrigwasserstand machte erneut eine komplette Einstellung der Schifffahrt notwendig.

Während sich andere Regionen der Welt mit sintflutartigen Regenfällen beispielsweise durch den Hurrikan „Florence“ und den Taifun „ Mangkhut“ herumschlagen, trocknen in einigen Regionen Deutschlands die Flüsse aus. In Sachsen ist der Wasserstand der Elbe nach einer kurzen Erholung schon wieder so niedrig, dass die Weiße Flotte Dresden den Betrieb einstellen musste. Am dritten Septemberwochenende 2018 fielen alle Fahrten der Raddampfer aus.

Wie hat sich der Wasserstand der Elbe entwickelt?

Nach einigen Regenfällen in Tschechien stieg der Pegel der Elbe kurzzeitig an. Am frühen Morgen des 12. September 2018 kletterte er zeitweise über einen Meter, wobei eine Durchflussmenge von 146 Kubikmetern pro Sekunde gemessen wurde. Doch die Entspannung hielt nur wenige Stunden an, denn schon gegen Abend fiel die Durchflussmenge wieder deutlich unter hundert Kubikmeter. Auch der Pegel lag am Folgetag bereits wieder bei nur 54 Zentimetern. Am 14. September 2018 wurde am Pegel Dresden nur noch bei 45 Zentimetern. Ein weiteres „Hoch“ beim Wasserstand gab es am 15. September 2018 mit 62 Zentimetern. Noch am gleichen Tag wurden erneut die 50 Zentimeter unterschritten. Aktuell liegt der Pegel Dresden bei 46 Zentimetern und einer konstanten Durchflussmenge von 75 Kubikmetern pro Sekunde. Eine Entspannung der Lage ist mit Blick auf die Pegel und Durchflussmengen im Einzugsgebiet in Tschechien so schnell nicht zu erwarten. Das heißt, die Schiffe der Weißen Flotte Dresden werden nach den aktuellen Prognosen der Meteorologen mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens bis zum 21. September 2018 nicht fahren können. Erst danach werden Niederschläge prognostiziert.

Welche Werte wären an der Elbe in Sachsen normal?

Der erste Messpunkt in Deutschland ist der Pegel Schöna. Dort liegt der mittlere Niedrigwasser-Pegel bei 86 Zentimetern bei einer Durchflussmenge um die hundert Kubikmeter. Aktuell werden dort 67 Zentimeter Wasserstand und etwa 80 Kubikmeter pro Sekunde als Durchflussmenge ausgewiesen. Der mittlere Niedrigwasser-Pegel in Dresden bringt es normalerweise auf 71 Zentimeter und 110 Kubikmeter pro Sekunde. Am Elbpegel in Riesa werden rund 89 Kubikmeter und 113 Zentimeter gemessen. Normal wären bei einem Niedrigwasser-Pegel 114 Kubikmeter und 141 Zentimeter. Am Pegel Torgau sieht es nicht anders aus, denn auch dort liegt der Pegel aktuell rund 20 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel bei Niedrigwasser. Defizite weist genauso die vereinigte Mulde aus. Dort fehlen am Regel Golzern rund 30 Zentimeter zum mittleren Niedrigwasserstand. Am Pegel Bad Düben liegt das Defizit beim Wasserstand bei mehr als 20 Zentimetern.

Quelle: Umweltministerium Sachsen, Sächsische Dampfschifffahrt