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„Weiße Flotte“ Dresden als ÖPNV unterwegs

Dresden, Germany above the Elbe River

Die Mitarbeiter der Weiße Flotte Sachsen GmbH hatten eine geniale Idee, um der Region die historischen Raddampfer als Sehenswürdigkeit zu erhalten.

Touristische Angebote sind derzeit durch die Coronakrise nicht erlaubt. Daran wird sich in der Region Dresden so schnell nichts ändern, denn Sachsen überschritt im Laufe der Kalenderwoche 15/2021 bei der 7-Tages-Inzidenz die 200er Schwelle. Darunter leidet auch die Dampfschifffahrt in Sachsen. Die Betreiber der Raddampfer sind auf Einnahmen besonders dringend angewiesen, denn ihnen setzt nicht nur die Coronakrise zu. Sie fuhren erlitten schon in den Jahren 2018 und 2019 erhebliche Verluste, weil sie aufgrund der niedrigen Wasserstände der Elbe nicht fahren konnten. Deshalb sind ab sofort zwei Schiffe der „Weißen Flotte“ als ÖPNV unterwegs.

“Weiße Flotte“ im ÖPNV-Modus: Strecken & Ticketpreise

Mit dem Einsatz der Raddampfer als Linienfähren greift die Sächsische Dampfschifffahrt GmbH eine alte Tradition wieder auf. Bis nach der Jahrtausendwende waren die schmucken Schiffe eine gute Alternative zur Fahrt mit dem Zug. Sie verkehrten nach einem festen Fahrplan zwischen Riesa und der tschechischen Grenze. Jetzt ist der Betrieb von zwei Schiffen als Linienfähren die Chance, die „Weiße Flotte“ zu retten und als touristische Attraktion in der Sächsischen Schweiz zu erhalten. Der Startschuss für den Betrieb als Linienfähren fiel am 16. April 2021 um 10:00 Uhr mit der Abfahrt eines Raddampfers am Anleger 4 in Dresden. Am gesamten Wochenende verkehren die Schiffe „Gräfin Cosel“ und „Pillnitz“ auf der Strecke zwischen dem Terrassenufer Dresden und dem Anleger am Schloss Pillnitz. Als Zwischenstation wird das „Blaue Wunder“ in Blasewitz bedient. Die Kosten pro Station und Person liegen bei 5 Euro. Wer einen Raddampfer als ÖPNV über die komplette Strecke benutzen möchte, muss 10 Euro bezahlen.

Was ist zur Nutzung der Raddampfer als ÖPNV wissenswert?

Die Tickets müssen vor Fahrtantritt online reserviert und gekauft werden. In den beiden Linienfähren gelten die gleichen Corona-Schutz-Regeln wie im sonstigen öffentlichen Nahverkehr. Das Tragen einer FFP2-Maske oder einer OP-Maske ist zwingend vorgeschrieben. Das gilt nicht nur auf den Schiffen, sondern erstreckt sich auch auf den Bereich rund um die Anleger. Auch die nach den gültigen AHA+L-Regeln ausgewiesenen Abstände müssen eingehalten werden. Das bedeutet, dass die beiden Raddampfer nicht mit der vollen Besetzung fahren können. Gastronomische Angebote gibt es auf den Schiffen im ÖPNV-Betrieb nicht. Das lassen die aktuell gültigen Beschränkungen zur Eindämmung von COVID-19 nicht zu. Derzeit stehen nur die Fahrtzeiten vom 16. bis zum 18. April 2021 fest. Sollten die Angebote gut angenommen werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass die „Gräfin Cosel“ und die „Pillnitz“ auch an den folgenden Wochenenden als Linienfähren im ÖPNV-Modus unterwegs sind.

Quelle: Sächsische Dampfschifffahrt GmbH, Förderverein Weiße Flotte Dresden