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Kanzlerkandidatur: Markus Söder in Umfragen klar vorn

Plenarsaal Bundestag

Die Frage zur Kanzlerkandidatur (kurz K-Frage) hat das Bündnis aus CDU und CSU noch immer nicht abschließend geklärt. Doch inzwischen drängt die Zeit.

Die Fraktion aus CDU und CSU hat ein gewaltiges Problem, denn das Verhalten der Regierung während der Coronakrise hat ihrem Image heftig zugesetzt. Sie standen zeitweise in den Wahlumfragen sogar kurz davor, ihre Mehrheit der Wählerzustimmung an die Grünen abzugeben. Inzwischen haben sich die Werte zwar wieder leicht erholt, aber von den knapp 32 Prozent bei der Bundestagswahl 2017 ist die CDU/CSU noch deutlich entfernt. Das dürfte sich auf die Beantwortung der der K-Frage in der CDU/CSU auswirken. Die beiden Hauptkonkurrenten sind der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und bayerische Ministerpräsident Markus Söder.

Armin Laschet vs. Markus Söder: Ein schwer zu lösendes Problem

Bisher war es üblich, dass der jeweilige CDU-Vorsitzende als Kanzlerkandidat aufgestellt wurde. Das wäre im aktuellen Fall Armin Laschet, denn er hat den CDU-Vorsitz im Januar 2021 übernommen. Beispiele aus der Vergangenheit sind Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Helmut Kohl und Angela Merkel. Allerdings hat Armin laschet ein Problem, denn er schneidet in den jüngsten Umfragen verschiedener TV-Sender deutlich schlechter ab als sein Konkurrent Markus Söder. Das zeigt beispielsweise ein Blick auf das jüngste Polit-Barometer des ZDF. Dort bringt es Markus Söder auf 63 Prozent Zustimmung, während Armin Laschet nur 29 Prozent Zustimmung erhält. Das Bündnis aus CDU und CSU wird also bei der Antwort auf die K-Frage auch darüber nachdenken müssen, mit welchem Kanzlerkandidaten sie bessere Chancen hat, bei der Bundestagswahl 2021 mehr Wählerstimmen holen zu können.

Was bietet Armin Laschet als Kanzlerkandidat?

Armin Laschet wurde 1961 geboren und wuchs in einer Bergarbeiterfamilie auf. Nach dem Abitur absolvierte er ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften. Im Alter von 28 Jahren erhielt er sein erstes politisches Amt als Ratsherr im Stadtrat Aachen. 1994 wurde er erstmals in den Bundestag gewählt und wurde 1999 erstmals als Abgeordneter im Europaparlament tätig. Ab 2005 bekleidete Armin Laschet den Posten des Landesministers für Generationen, Familie, Frauen und Integration in Nordrhein-Westfalen. Seit 2017 ist er der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Er vertritt eine liberal-gemäßigte Politik unter Berücksichtigung seines christlichen Glaubens und gehörte zu den Gegnern der Einführung einer PKW-Maut. Während der Coronakrise forderte er schon in einem frühen Stadium Sonderrechte für seine Landesregierung. Das Gesetz sollte sogar die Zwangsrekrutierung von Ärzten beinhalten, konnte aber letztlich nicht durchgesetzt werden. In die Kritik geriet er durch die Beteiligung seines Sohnes an der „Maskenaffäre“. Dass er sich durchsetzen kann, bewies Armin Laschet 2020 beispielsweise mit einem Verbot des Straßenkarnevals.

Was prädestiniert Markus Söder zum Kanzlerkandidaten?

Markus Thomas Theodor Söder erblickte 1967 in Nürnberg das Licht der Welt und wuchs in einer typisch bayerischen Handwerkerfamilie auf. Nach dem Abitur studierte er in Erlangen Rechtswissenschaften. Sein Vorbild war Franz-Joseph Strauß, bei dem er vor allem die Power schätzte. Markus Söder trat 1983 in die CSU ein und startete seine politische Karriere 1995 als Vorsitzender der Jungen Union in Bayern. 2019 löste er Horst Seehofer als CDU-Vorsitzenden ab. Bereits ein knappes Jahr zuvor hatte ihn der Bayerische Landtag mit einer klaren Mehrheit zum Ministerpräsidenten des Bundeslandes Bayern gekürt. Markus Söder galt von Anfang an bei der Bekämpfung von COVID-19 als Hardliner. Bayern zählte zu den ersten Bundesländern, in denen Ausgangsbeschränkungen verhängt wurden. Für diese Maßnahme wurde er genauso kritisiert wie für seinen Alleingang bei der Bestellung des in Russland entwickelten Impfstoffs Sputnik V noch vor der offiziellen Zulassung in Europa.

Quelle: ZDF, Bayern Landtag, CDU, CSU