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Wasserkraftwerke: Wer führt die Weltrangliste an?

Erneuerbare Energien wie die Wasserkraft, die Windkraft und die solare Strahlung sind die Elemente, mit denen die Energieversorgung der Menschen dauerhaft gesichert werden kann, ohne dass dafür wie vergleichsweise bei den Biomasseanlagen Anbauflächen geschaffen und belegt werden müssten. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, die größten Wasserkraftwerke der Welt in einer kleinen Serie vorzustellen. Der Spitzenreiter bietet eine Nennleistung von 22,5 Gigawatt (seit der Nachrüstung von Turbinen im Jahr 2012) und befindet sich in China, wo die Fluten des Jangtsekiang zur Stromerzeugung in insgesamt 32 Francis-Turbinen ausgenutzt werden. Sie gehören zu den Bauformen, bei denen ein sehr hoher Wirkungsgrad von mehr als neunzig Prozent erreicht wird.

Die Eckdaten des Drei-Schluchten-Damms

Als Stauraum werden beim aktuell leistungsstärksten Wasserkraftwerk der Welt die Qutang-Schlucht, die Wu-Schlucht und die Xiling-Schlucht genutzt. Daher leitet sich auch der Name des Staudamms und des Wasserkraftwerks ab. Der von der stolze 181 Meter hohen Staumauer gebildete See weist bei Vollstau eine Gesamtlänge von rund 600 Kilometern auf. Auf die deutsche Karte übertragen, wäre das die Distanz (Luftlinie) zwischen Stuttgart und Hamburg. Das Sperrwerk inklusive Schleusenanlage und Schiffshebewerk ist 2.335 Meter lang. Auch die maximale Hubhöhe des Schiffshebewerks von 113 Metern ist sehr beachtlich. Bei voller Ausnutzung des Stauraums können bis zu 22,1 Milliarden Kubikmeter Wasser gespeichert werden. Bei Trockenheit unterhalb des Staudamms können bei Bedarf bis zu 5.860 Kubikmeter Wasser pro Minute durch die Turbinen des Wasserkraftwerks geschickt werden.

Für das größte Wasserkraftwerk wurden riesige Flächen geopfert

Dem Stausee des Drei-Schluchten-Damms fielen insgesamt 13 Städte zum Opfer. Rund 1,3 Millionen Menschen und mehr als 650 Fabriken mussten dafür umgesiedelt werden. In der Bauphase von 1993 bis 2008 wurden insgesamt fast 8.800 Millionen Kubikmeter Felsen und Erde abgetragen. Für den Bau der Staumauer und des Wasserkraftwerks mussten rund 3,1 Millionen Kubikmeter Steine und Erde neu aufgefüllt werden. In der Staumauer und dem Schiffshebewerk wurden rund 26,7 Millionen Kubikmeter Beton verbaut. Die Baukosten beliefen sich auf etwa 75 Milliarden Dollar. Daran beteiligten sich beispielsweise die kanadische Regierung sowie die Investmentgesellschaft Morgan Stanley. Die deutsche Bundesregierung war als Bürge für die nach Deutschland während des Baus vergebenen Aufträge mit integriert.

Quelle: n-tv, FAZ, Spiegel, talsperrenkomitee.de