Was unterscheidet den Pauli-Effekt, Murphy’s Gesetz und Sod’s Law?

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass bei Ihnen mehr schiefgeht als bei anderen Menschen? – Dann sollten Sie den Pauli-Effekt, Sod’s Law und Murphy’s Gesetz kennen.

Bei allen drei Bezeichnungen handelt es sich um ein Phänomen bei der Art der Wahrnehmung der Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung. Die Begriffe Pauli-Effekt, Muphy’s Gesetz und Sod’s Law weisen nur geringfügige Unterschiede auf.

Was ist unter dem Pauli-Effekt zu verstehen?

Die Bezeichnung Pauli-Effekt geht auf den österreichischen Physiker Wolfgang Ernst Pauli zurück. Zu seinen Hinterlassenschaften gehört neben dem Pauli-Prinzip (das Ausschließungsprinzip in der Quantenmechanik) auch der Pauli-Effekt. Der nach dem Wissenschaftler benannte Effekt beruht darauf, dass angeblich allein Paulis Anwesenheit Störungen bei elektrischen und elektronischen Geräten ausgelöst haben soll. Der Psychologe Carl Gustav Jung bezeichnete das später als Synchronizitätsphänomen. Wissenschaftliche Zusammenhänge zwischen der Anwesenheit von Wolfgang Ernst Pauli und den Geräteausfällen konnten jedoch nie bewiesen werden, weshalb sich einige Wissenschaftler über den Österreicher (der für seine Werke zur Existenz von Neutrinos einen Nobelpreis erhielt) lustig machten.

Was besagen Murphy’s Gesetz und Sod’s Law?

Beide Prinzipien gehen davon aus, dass mögliche Fehlerquellen auch tatsächlich häufig wirksam werden. Der Amerikaner Edward A. Murphy untersuchte die Folgen menschlichen Versagens. Außerdem beschäftigte er sich mit komplexen Systemen und den dort auftretenden Fehlerquellen. Daraus entwickelte sich das Fazit: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“ Damit bestätigte er das bereits zuvor durch John W. Campbell her bekannte Finagles Gesetz. Beide besagen, dass der Mensch bei mehreren Lösungswegen häufig den wählt, der negative Auswirkungen hat. Das belegen auch Statistiken zur Ermittlung von Fehlerursachen. Deshalb dient Murphy’s Gesetz heute als Grundlage für die Entwicklung von Systemen zur Qualitätssicherung und Ausfallprävention. Die gleiche Aussage verfolgt auch Sod’s Law. Diese Bezeichnung hat sich synonym zu Murphy’s Gesetz in Großbritannien verbreitet.

Was unterscheiden Murphy’s Gesetz und Sod’s Law vom Pauli-Effekt?

Sod’s Law und Murphy’s Gesetz können durch statistische Erhebungen untermauert werden. Das ist beim Pauli-Effekt nicht möglich. Die Rückschlüsse von Wolfgang Ernst Pauli beruhen auf dem Prinzip der selektiven Wahrnehmung. Dabei werden lediglich die Ereignisse und Faktoren beachtet, die eine bestimmte Haltung zu bestätigen scheinen. Alle anderen Faktoren werden bei der selektiven Wahrnehmung ausgeblendet. Auch die Erinnerungen sind ein Opfer der selektiven Wahrnehmung. Bestätigende Ereignisse erhalten in der Erinnerung einen höheren Stellenwert als Ereignisse, welche die Einstellungen und Hypothesen eines Menschen nicht bestätigen. Einen Sonderstatus hat dabei die „selbsterfüllende Prophezeiung“. Dabei trägt der Mensch unbewusst durch sein Verhalten dazu bei, dass eine Vorhersage eintrifft.

Quellen: ETHZ, European Journal of Physics, 3sat