Deutsche greifen häufiger zur E-Zigarette

Die Beliebtheit der E-Zigaretten verzeichnet in Deutschland eine steigende Tendenz, während die verkauften Stückzahlen bei den klassischen Zigaretten sinken. Das belegen Zahlen des Marktforschungsinstituts Nielsen.

Der Absatz bei den klassischen Zigaretten ist im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Milliarden Stück gesunken. Insgesamt wurden in Deutschland 2018 etwa 67 Milliarden klassische Zigaretten verkauft. Viele Raucher stiegen auf Losetabak und auf E-Zigaretten um.

Wie sieht die Entwicklung bei klassischen Tabakwaren und E-Zigaretten genau aus?

Einen erheblichen Beitrag zu den aktuellen Trends leisten die stetigen Steigerungen der Preise für klassische Zigaretten. Die nächsten Verteuerungen über eine Erhöhung der Tabaksteuer wurden bereits angekündigt. Aufgrund der hohen Kosten greifen die Deutschen lieber zu Losetabak und drehen sich ihre Zigaretten selbst. Im gesamten Jahr 2018 wurden in der Bundesrepublik Deutschland knapp 23 Millionen Kilogramm Losetabak verkauft. Das entspricht einer Steigerung des Absatzes um 1,1 Prozent. Noch rasanter fielen die Steigerungen der Verkaufszahlen ein E-Zigaretten und Zubehör für die Verdampfer aus. Die Hersteller und Händler durften sich im Jahr 2018 über einen Gesamtumsatz von etwa 140 Millionen Euro freuen. Im Jahr 2017 betrugen die damit erzielten Umsätze lediglich ein Drittel dieses Werts.

Die Geschichte der E-Zigarette umfasst schon mehr als ein halbes Jahrhundert

Die Idee der E-Zigarette wurde bereits im Jahr 1963 entwickelt. Das beweist eine erfolgreiche Patentanmeldung von Herbert A. Gilbert. Allerdings sollte es volle vier Jahrzehnte dauern, bis sie Produktionsreife und Marktfähigkeiten erlangte. Dabei sorgte ein Chinese namens Hon Lik für den bedeutendsten Meilenstein der Entwicklung. Zu Beginn wurde die E-Zigarette als temporäre Modeerscheinung eingestuft. Mittlerweile ist sie eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die klassischen Zigaretten. Dazu tragen schicke und handliche Formen sowie die Tatsache bei, dass sie von den Gesundheitsbehörden als weniger gesundheitsschädlich als die traditionelle Tabakverbrennung eingestuft werden. Anfangs war der fest verbaute Akku ein Problem für die Konsumenten. Doch mittlerweile sind auch E-Zigaretten auf dem Markt, die mit handelsüblichen AAA-Akkus oder AAA-Batterien betrieben werden können. Außerdem trägt die ständig wachsende Palette der verfügbaren Liquids zur kontinuierlichen Verbreitung der E-Zigaretten bei. Dass die Liquidfläschen maximal 10 Milliliter enthalten, ist der 2014 in Kraft gesetzten EU-Tabakrichtlinie geschuldet.

Quelle: dpa